Und plötzlich stehen neue Mitbewerber vor der Tür, 

Digitale Transformation der „Streetlux AG“

Ausgangslage

Der Kandelaberhersteller Streetlux AG überlegt sich, welche Einflüsse die Industrie 4.0/IoT auf ihr Unternehmen haben wird.

Projektvorgehen

In Workshops wurden anhand von Wild Cards verschiedene Szenarien definiert, wie die Zukunft aussehen könnte und wie sich die Streetlux in dieser abstrakten Zukunft positionieren muss.

Best Case Szenario

  • Die industrielle Revolution 4.0 geht an unserem Markt vorbei.
  • Wir bleiben Marktführer.

Trend Szenario

Als Trend-Szenario, welches zum heutigen Zeitpunkt als fundiert angesehen werden kann, wird ausgegangen, dass durch Einflüsse wie:

  • individuelle Mobilität,
  • 2000 Wattgesellschaft,
  • private Haushalte mit immer lichtstärkeren Gartenbeleuchtungen,

weniger öffentliche Lichtquellen benötigt werden.

Worst Case Szenario

Durch neue Technologien wie Concrete Composite wird die Herstellung von Kandelabern immer günstiger.

Plötzlich stehen neue Anbieter auf dem Markt, die bis jetzt keine Kandelaber herstellten. So zum Beispiel Tesla oder Google, die z.B. ein eigenes Netzwerk errichten und die Komponenten wie Solarzellen, Ladevorrichtung und Router in Kandelaber verbauen.

Diese werden den Gemeinden/Städten oder auch Privaten als „LIGHT/CHARGE/INTERNET AS A SERVICE “ zur Verfügung gestellt. Dadurch können an jeder Strassenlaterne innerhalb von Minuten Devices, Autos usw. geladen werden. Die Aktivierung und Bezahlung läuft über diverse mobile Payment Lösungen.

Erkenntnisse haben Auswirkungen auf die Strategie

Um beide extrem ausgeprägten Szenarien überleben zu können, muss sich die Streetlux neu ausrichten. Die Firma versucht neben der Weiterentwicklung bestehender, auch neue Produkte auf den Markt zu bringen:

  • Um sich besser und breiter zu positionieren und mögliche Mitbewerber einzubinden, damit die Markteintrittshürde erschwert wird sowie um Herstellungskosten minimieren zu können.
  • Und mögliche Umsatzrückgänge durch neue Produkte zu kompensieren.

In einem neu aufgebauten ECO System wird eine ERFA Gruppe aus verschiedenen Kundengruppen und Modulanbietern aufgebaut um herauszufinden, welche neuen „Wünsche“ und „Trends“ vorhanden sind.

Erkenntnis 1
Chancen für die Zukunft sind gut

Die Streetlux hat eine gute Chance für die Zukunft, da die Infrastruktur und die Geschäftsbeziehungen vorhanden sind.

Erkenntnis 2
Wir dürfen die digitale Transformation nicht verpassen

Unsere Kandelaber müssen „digital werden“ um:

  • Predictive Maintenance zu gewähren.
  • Um als modulare Multifunktions-Säule (Wifi, Ladegerät, Sensoren…) dienen zu können.
  • Um weitere Dienstleistungen und neue Produkte verkaufen zu können.
  • Um neue Geschäftsmodelle wie „Charge and pay“ anbieten zu können.

Massnahme 1: Produktetransformation
Digitale Kandelaber

  1. Alte „analoge“ Kandelaber mit einem Modul „digitalisieren“.
  1. Neuentwicklung neuer digitalen und modularen Multifunktions-Kandelaber.
  1. Integration in diverse Cloudlösungen wie Microsoft Azure.
  1. Partnerzugang um Module entwickeln zu können.

Massnahme 2: Diversifikation Zusatzverkäufe
Dekoration

  • Die Firma baut mit Hilfe von automatischen Mehrgelenkantrieben Vorrichtungen, wo z.B. wie bei einem Regenschirm ein neuartiges OLED Folienpanel aus dem Kandelaber heraus fährt.
  • Das Muster kann individuell eingestellt werden, ob Gemeindewappen, Weihnachtsstern, oder Vorsichtshinweise, alles kann dargestellt werden.
  • Die Kunden können die Beleuchtung minutengenau den Zuschauern präsentieren.
  • Dadurch sind auch die Kunden eher bereit umzurüsten, da die Mehrkosten durch die Minimierung der gefährlichen Dekorationskosten gerechtfertigt werden können.

Massnahme 3 a:

Neue Unit für neue Märkte

  • Eine neue Business-Unit „direct“ wird gegründet. Da bei dieser Einheit „Time to market“ wichtig ist, werden agil operierende Entwicklungsgruppen gebildet.
  • Diese werden mit neuen und bestehenden Mitarbeitern die sich selber auswählen zusammengestellt. Die Pflicht ist, dass jedes Projektteam 1 Tag im Monat gemeinsam eine der Kunden im In- oder Ausland besucht.
  • Mit Hilfe eines agilen Coaches wurde die Transformation bzw. der Change mit Hilfe von Storytelling unterstützt.

Massnahme 3 b:
Die Säule die Leben schützt und rettet

  • Als Erstes wird eine Notsäule entwickelt. Gespiesen wird die „Smart Home Edition“ autonom. Sobald die Technologie fertig entwickelt wurde, werden „redundant“ ausgelegte Komponente verbaut. Diese werden über den bisherigen Kanal vertrieben und können an die eigenen wie auch an fremden Kandelabern angeschlossen werden.

Darin wird modular verbaut:

  • Verschiedene Sensoren
  • Eine Drohne, die auf Stimmen reagiert
  • Lautsprecher und Mikrofone in Säulen, wobei aus Datenschutzgründen nur Notrufe aufzeichnet werden
  • Neigungssensoren gegen Erdbeben und Vandalen Schäden
  • Feuchtigkeitssensoren gegen Überschwemmungen
  • Wärme/Rauchmelder gegen Feuer
  • Sowie Techniken für die Kommunikation.

Beispiel

Und jede Minute zählt

Auf dem Nachhauseweg stürzt eine Person in einen Fluss und schreit um Hilfe.

Die Notsäule die am Kandelaber angeschlossen ist, analysiert die Stimme und die Drohne geht der Stimme nach.

Alle in der Nähe befindenden Mobilen Devices werden registriert und mit dem Signal abgeglichen.

Die Drohne ortet eine Person mit der Wärmebildkamera, alarmiert Schutz und Rettung und wirft einen Rettungsring ab.

Die Drohne folgt der Person, sodass Schutz und Rettung auch auf dem Weg zum Unfallort mit der Person sprechen kann um herauszufinden, wer zusätzlich aufgeboten werden muss, bzw. um Medikamente usw. vorzubereiten.

Schutz und Rettung zieht die Person unversehrt und ohne Unterkühlung aus dem Wasser.

Erfolgreich da

  • Überschwemmung, Sturz ins Wasser, Bergsturz, Überfall usw. Notfälle sind, die meist von Passanten gemeldet werden.
  • Dabei zählt jede Minute für Schutz und Rettung bzw. für unser Leben. Insbesondere da die Erreichbarkeit bei abgelegten Orten wie z.B. beim Bergschutz schwierig ist.
  • Die Streetlux AG kann einen grossen Beitrag leisten, das „Leben schneller und besser zu schützen“

Erfolgreich da

  • Gemeinden und Städte, Polizei, Schutz und Rettung usw. immer mehr unter Kostendruck stehen, da sie:
    • immer höhere Kosten (Soziales/Migration/Bildung/Kriminalität…) haben.
    • mit tieferen Steuereinahmen (Arbeitslosigkeit, Aussteuerung, Wegzug von Firmen…) zu kämpfen haben.
  • Routine-Patrouillen aus Kostengründen minimiert werden müssen.
  • Gefahren immer unvorhersehbarer werden.
  • Die Mobilität auch das private Sicherheitsdenken erhöht.
  • Wir ein Lifestyle-Unternehmen werden, also aus Imagegründen (Sicher/Innovativ/Trendy) werden unsere Produkte gekauft, da wir Sicherheits- und Innovationsorientierte Menschen als Influencer in die Strategie als Werbebotschafter mit einbeziehen.

Massnahme 4: Neue Kanäle
Wir gehen online und werden global

  • Die Streetlux AG versucht in einem KVP Prozessdenken immer mehr zu optimieren, standardisieren und zu konfektionieren um kostengünstiger zu produzieren, und dadurch neue Kunden erreichen zu können.
  • Durch die „plug and play und IoT“ Techniken, wird die Installation/Inbetriebnahme einfacher und unter „smartHome, smart Cities“ online und über ausländische Partner vertrieben.
  • Damit kann ein neues Kundensegment wie z.B. Immobilienverwaltungen, Ferienhäuserbesitzer und auch ausländische öffentliche und private Gesellschaften angesprochen werden.

Massnahme 5: Neue Services
Plant Maintenance

  • Die Streetlux AG bietet kleineren Kunden verschiedene Dienste/Services an.
  • Dafür wurden in einer Analyse die verschiedenen Touch Points identifiziert und schlanke Lösungen gesucht.
  • Darunter auch Anbindung an private Schutzorganisationen, die global tätig sind und auch regional ein Lager haben, um neben dem Betrieb des Sicherheits- Dispositivs, die Hardware austauschen zu können.

Business-Canvas vor der Transformation

Um mehr oder weniger das ganze Geschäftsmodell visuell darstellen zu können, wurde ein Canvas Modell gewählt.

canvas-vorher

Business-Canvas nach der Transformation

Um mehr oder weniger das ganze Geschäftsmodell visuell darstellen zu können, wurde ein Canvas Modell gewählt.

Canvas nachher.jpg

Erfolgskontrolle und lessons learned

  • Die Streetlux AG konnte 18 Monaten nach der Transformation den Gewinn verdoppeln.
  • „mache aus der Not eine Tugend“ so der Firmenchef der Streetlux AG.

Die Moral an der Geschicht, dieses Projekt gibt es so nicht.

Es soll aufzeigen, wie einfach es ist und helfen, auf diesem Case Ideen zu finden, anstelle uns zu winden.

Es gibt sicherlich Firmen die kommen und gehen, das konnten viele sehen.

Aber warte nicht ab, denn eines Tages wird vermutlich ein Schnellerer, Günstigerer kommen und alles ist zerronnen.

Sei daher auf der Hut und denke voraus, wie ein Pfau und nicht wie der Vogel Strauss.

Tesla, Google, Uber, BitCoin etc. zeigen, wie schnell wir die Köpfe neigen.

Passieren kann es jederzeit, daher sei für die digitale Zukunft bereit.

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