Ausgangslage

Ein Textil-Produzent wollte auch am IoT Boom teilhaben. Sie haben herausgefunden, dass viele eher technisch orientierte Männer, gerne auch funktionelle Textilien tragen. Membranen-Technologien würden viele Möglichkeiten bieten. Jedoch war es immer sehr mühsam, Devices, Portemonnaie, Schlüssel und Kopfhörer zu verstauen. Daher hat der Textilhersteller gemeinsam mit einem Faserveredler einen Designwettbewerb in Auftrag gegeben.

Angehende Designer haben unter dem Auftrag; „ein funktionelles Herrenoberteil, welches in verschiedenen Alltagssituationen und für verschiedene Segmente eingesetzt werden können“, verschiedene Prototypen entworfen. Unter all den Vorschlägen wurden drei Design-Vorschläge weiterverfolgt:

  1. Daunenjacke mit Luftpolster

Der eine Prototyp war eine leichte und dünne Daunenjacke, welche mit mehreren Mikropumpen ausgestattet ist. Innerhalb von Sekunden können Luftpolster in der Jacke aufgeblasen werden. Wenn es zu warm ist oder die Jacke verstaut wird, kann die Jacke innerhalb von Sekunden entlüftet werden.

  1. Jacke mit Heizspiralen

Im zweiten Designvorschlag sind Wärmebänder eingewoben. Diese werden mit einem ganz dünnen Akku gespiesen und über das Mobile Phone gesteuert.

  1. Jacke mit Rucksack und Stauraum für Devices

Der dritte Prototyp war ebenfalls eine leichte und dünne Jacke. Jedoch im Laminat/Schichtverfahren mit einer atmungsaktiven Membranen-Schicht. Die Jacke ist nur wenige Millimeter dick und kann unter dem Jackett oder unter der Strickjacke, Faserpelz etc. untergezogen werden. Diese Weste hat sehr viele stabile Taschen, die unterschiedlich ausgelegt werden. So hat es eine Tasche, die speziell feuerresistent ist, wobei z.B. Zusatz-Akkus eingesteckt werden können. Diese Pads können einfach am Innern der Tasche angebracht werden. In einer kleinen Tasche können auch die Kopfhörer oder Schlüssel verstaut werden. Alle Inhalte können mit einem NFC Tag miteinander verlinkt/verheiratet werden. So können alle smarten Objekte mit Hilfe einer Distanzmessung angezeigt werden, damit nichts verlegt wird.

Es sind auch Fingerlaschen vorhanden, bei welchen Bluetooth-Panels eingearbeitet sind. Bei einem Anruf kann die Fingerlasche einfach hervorgezogen werden.

Die Übergänge sind so präzise per Laser-Cutter geschnitten, wodurch der Reissverschluss am Rücken auf den ersten Blick unsichtbar ist. Dieser Reissverschluss kann geöffnet werden womit ein integrierter Netz-Rucksack zum Vorschein kommt.

Projektziele

Die Projektziele wurden wie folgt abgeleitet:

  • Entwicklung von 3 verschiedenen Jackentypen. Die Bedienung soll jedoch für alle Jacken gleich sein.
  • Die Jacken sollen auch miteinander kombiniert werden.
  • Es sollen auch weitere Objekte integriert und orchestriert werden können.

Projektvorgehen

  • Die Marketingabteilung schrieb auf Facebook einen Wettbewerb aus. Die Gewinner bekommen alle Jacken im Wert von rund Euro 1’500.– und können an der Entwicklung von smarten Jacken teilhaben. Voraussetzung ist, dass sie über die Sozialen Medien berichten und dazu mussten sie vorgängig einen Blogbeitrag einsenden.
  • Es wurde eine Entwicklungsfirma engagiert, die eine App entwickelte. Diese App kann für alle Modelle eingesetzt werden, um nicht mehrere Steuersysteme verwalten und aktualisieren zu müssen.
  • Das Steuermodul wurde ebenfalls selber entwickelt. Daran sollen auch weitere Devices angedockt werden können.
  • Als alle Anforderungen aufgenommen waren, wurden die Prototypen zur Marktreife entwickelt. So wurde zusätzlich ein Chip eingebaut, um die Jacke Orten zu können.

Vermarktung

  • Um die marktreifen Jacken produzieren und global die Jacken verkaufen zu können, suchte das Textilunternehmen zusätzliches Kapital. Auf einer Crowdfunding-Plattform wurden die Produkte vorgestellt. Die Betrachter konnten über die Plattform ihre Unterstützung in individuell festgelegter Höhe leisten – und erhielten im Gegenzug ein Vorkaufsrecht auf eine limitierte Serie zu je Euro 299.–, anstelle 599.–. Die limitierte Serie wurde von einem bekannten Street-Art Künstler designt.
  • Die Finanzierung kam zu Stande und nach der Finanzierungsrunde wurde erstmals die limitierte Serie produziert.
  • Fast gleichzeitig wurde der Webshop ausgebaut bzw. relaunched und die Produkte werden seither für je Euro 499.– vertrieben.
  • Die Produkte wurden rege auf sozialen Medien gepostet. Es war ein viraler Hit, mit über 600’000 Likes und rund 3’000 Bestellungen in den ersten 4 Monaten.
  • Sogar grosse Skiausrüster sind an die Textilfirma herangetreten, um in Lizenz die Technologien in ihren eigenen Jacken einfliessen zu lassen.

Erfolgskontrolle und Lessons learned

Der Geschäftsführer hatte leider nur wenig Zeit für ein Interview. Er meinte nur: „wir wurden überrannt. Nur 4 Monate nach dem Relaunch des Webshops haben wir bereits ca. 3’000 Stück verkauft. In Zukunft werden wir auch eine Linie für Frauen herausgeben. Die limitierte Serie hätten wir noch ausbauen können. Wir haben diese insbesondere gewählt, um das Risiko minimieren zu können. Die Kunden, welche in unsere Idee investieren, sind emotional mit uns verbunden, sodass sie auch „Kinderkrankheiten“ verzeihen.“

Die Moral an der Geschicht, dieses Projekt gibt es so nicht.

Es soll aufzeigen, wie einfach es ist und helfen, auf diesem Case Ideen zu finden, anstelle uns zu winden.

Es gibt sicherlich Firmen die kommen und gehen, das konnten viele sehen.

Aber warte nicht ab, denn eines Tages wird vermutlich ein Schnellerer, Günstigerer kommen und alles ist zerronnen.

Sei daher auf der Hut und denke voraus, wie ein Pfau und nicht wie der Vogel Strauss.

Tesla, Google, Uber, BitCoin etc. zeigen, wie schnell wir die Köpfe neigen.

Passieren kann es jederzeit, daher sei für die digitale Zukunft bereit.

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