Wir hatten immer ein sehr konkretes Bild eines Gamers. Aussagen der Nachbarn „Wir haben nur immer Geräusche in der Wohnung wahrgenommen, aber gesehen haben wir ihn nie“.

Und plötzlich kommen sie aus den Wohnungen und kämpfen gemeinsam mit anderen „kompetitiven“ Gamern im Freien nach Pokémons, was unsere Denkweise ändert.

Das ist nur ein Aspekt, denn zukünftig wird die Gamewelt und die Sportwelt immer mehr ineinander fliessen.

  1. Vom Wohnzimmer aus die virtuellen Sportanlässe schauen.

Sportteams stellen Gamer an, um an eSport Meisterschaften teilzunehmen. Viele Fussballteams, sogar in der Schweiz, haben eine digitale Strategie im Petto. Sie organisieren Ausscheidungstourniere und akquirieren talentierte Gamer, die den Verein virtuell repräsentieren. Wie verlockend hört sich das an, „Ein Onlineteam, welches für den Verein grosse Preisgelder gewinnt. Keine verletzten oder gesperrten Spieler und kein Bereitstellen von Summen für die Prävention, Sicherheit etc.“

So gibt es schon einige Meisterschaften wie die TAG Heuer virtuelle Bundesliga, NBA 2K eLeague, PES, ELEAGUE etc., wo Teams oder Einzelkämpfer Preisgelder von bis zu einer Million verdienen können. Diese Summen und Anzahl Zuschauer steigen von Jahr zu Jahr. Momentan schätzen die Analysten, dass wir Weltweit mehr eSport-Enthusiasten haben, wie Hockey- oder American Footballfans. Rund 334 Millionen Zuschauer haben allein die letztjährige LoL-WM (League of Legends) verfolgt.

Auf Live-Streaming-Videoportalen wie zum Beispiel TwitchTV oder ESL play etc. werden die Spiele ausgetragen. Dahinter stecken neben Gameentwickler vielmals Medienkonzerne, da diese bereits alle anderen Kanäle wie TV, Radio abdecken und auch schon Übertragungsrechte für reelle Sportveranstaltungen haben. Firmen können ihre Werbungen nun 24 Stunden am Tag schalten, über alle Kanäle, wo auch immer die Zielgruppe sich bewegt. Es werden sogar Merchandisings wie Trikots der virtuellen Teams vertrieben.

Die Meisterschaften werden live kommentiert und es sieht alles sehr reell aus. Es gibt ein grosses Publikum (rund 40%), die alles online verfolgen und bis anhin noch nie im Stadium des Clubs waren.

  1. Vom Wohnzimmer aus uns sportlich betätigen.

Das Prinzip „online gegeneinander“ in einer virtuellen Welt zu begegnen, kennen wir bereits von online Games, wie Poker, Jassen etc. Immer günstigere und intelligentere Systeme kommen auf den Markt. Das Internet macht es möglich und die Cloud besitzt so viel Logik, sodass wir gegen selbstlernende Schachcomputer usw. spielen und es gibt immer mehr vernetzte Geräte wie Fahrsimulatoren, Hometrainer etc., wo wir uns virtuell gegen verschiedene reelle Gegner beweisen können. Die Erfolge können auf sozialen Medien geshared werden.

So gibt es zukünftig vermutlich keine Sportarten mehr, die nicht auch online gespielt werden können. Vermutlich werden immer mehr Sportgeräte oder Sensoren an Gamekonsolen wie Playstation, X-Box etc. angeschlossen. So gibt es wahrscheinlich Sensoren, die am eigenen Golfschläger, Tennisschläger oder an den Skiern angebracht werden können, sodass wir im Winter Zuhause z.B. virtuelle Golfbälle abschlagen und im Sommer Skifahren und Langlaufen können.

Virtuelle Brillen oder andere 3 D Projektoren liefern immer reellere Bilder der schönsten Golfplätze, Skipisten oder Loipen dieser Welt. Es können auch Klima- oder landespezifische Informationen angezeigt werden. So kann man zu einem Baum laufen und eine virtuelle Stimme erzählt etwas über diesen Baum und ich kann auch die Beeren bestellen, falls ich den Sprach-Assistenten aktiviere. So kann der Golfer auch den Kopf ins Meer halten, um die landespezifische Unterwasserwelt ansehen zu können bzw. seinen Golfball zu suchen. Alles in einer 3-Dimensionalen Ansicht.

„Es ist erwiesen, das Hirn kann nicht unterscheiden, ob dieses Erlebnis reell oder virtuell stattfindet. Wir haben erhöhten Puls, verbrennen Kalorien und haben Gefühle, als ob wir vor Ort sind.“

  1. Wie sieht zukünftig unser Sonntagnachmittag in der Familie aus?

Ich könnte mir vorstellen, dass eine Familie sich in nahbarer Zukunft sagen wird; „kommt wir gehen am Sonntagnachmittag virtuell nach Miami“  

Die Tochter kann sich mit der virtuellen Brille die Unterwasseraquarien ansehen. Der Vater geht mit der VR-Brille golfen. Der Golfplatz ist jedoch auf einer Insel. Man kommt nur mit einem Fallschirm auf die Insel. Auch dafür gibt es eine mit Schrittmotoren angetriebene Hebebühne, die den Sprung simuliert. Der Sohn nimmt während dieser Zeit virtuell an einem Footballspiel teil. Mutti nimmt Tanzunterricht und schaut in Modeschauen Fashiontrends von Miami an. Sie können sich auch landespezifische Gerichte nach Hause liefern, da regionale Lieferanten angeschlossen sind. So können neben dem Essen auch Souvenirs etc. virtuell angesehen und mit Hilfe der Sprachsteuerung bestellt werden. Die vernetzte Welt macht’s möglich.

  1. Wie sieht die Zukunft nun definitiv aus?

Ich bin mir sicher, dass es auch in Zukunft einen guten Mix geben wird. Wir möchten uns immer noch gesellschaftlich treffen und die Luft draussen einatmen. Dennoch möchte ich versuchen, aus den Tendenzen ein eher übertriebenes aber doch mögliches Bild des zukünftigen Sportkonsums aufzuzeigen. Es freut mich, anschliessend Ihre Einschätzung dazu lesen zu dürfen.

Das folgende düstere Szenario könnten wir erleben:

  • Wir müssen uns überlegen, ob wir nun unseren Kindern doch das Gamen zulassen sollten, anstelle sie dazu zu ermutigen, Fussball zu spielen, da Gamer mehr verdienen können.
  • Davon abgeleitet, wir werden in Zukunft keine talentierten Sportler, sondern nur talentierte Gamer auf den Lohnlisten der Verbände sehen.
  • Neu kommen auch Teams mit künstlich intelligenten Spielern, die den besten menschlichen Gamern überlegen sind.
  • Wir werden zukünftig nur noch von Zuhause aus virtuell die Sportanlässe besuchen.
  • Nur noch von Zuhause aus werden wir Sport treiben, da wir aus mangelnder Zeit und zunehmendem Verkehrsaufkommen etc. schneller, günstiger und bequemer unser Hobby ausüben können.
  • Insbesondere unsere WM- und EM- Stadien verwaisen immer mehr. Diese werden für Game-Convents zweckentfremdet. Neue Stadien dürfen nicht mehr gebaut werden.

Was denken Sie; könnte dieses Szenario reell werden oder wie werden diese Einflüsse unseren bisherigen Sportkonsum oder auch die Entwicklung der Vereine, die Nachwuchsförderung, J&S Kurse, Stadionbauten etc. verändern/einwirken?

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