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Case 7: Smarte Kinderwagen und smarte Rollatoren

Ausgangslage

Ein Kinderwagen und Kinderbuggy Hersteller steht vor folgenden Herausforderungen:

  • Kinderwagen und Buggys werden immer mehr über Gebrauchtwarenportale verkauft
  • Demografischer Wandel wie zum Beispiel Mobilität und zyklische Geburtenraten erschwert die Planbarkeit.

Sie suchen neue Ideen, damit ihre Kinderwagen den neuen individuelleren Bedürfnissen gerecht werden und dadurch die Kinderwagen auch länger genutzt werden können. Zusätzlich suchen sie neue Geschäftsmodelle, um weniger von den Zyklen abhängig zu sein.

Dafür engagieren sie einen Strategieberater, der ihnen aufzeigen kann, welche neuen Bedürfnisse im Kinderwagenmarkt vorhanden sind oder geweckt werden könnten. In einer nicht repräsentativen Feldstudie analysieren die Strategieberater das Verhalten und die Wünsche der Eltern.

Die Ergebnisse werden 4 Wochen später an einem zwei tägigen Workshop präsentiert. Als Einleitung zeigt der Strategieberater, welche Sorgen und Ängste bei Eltern vorherrschen und die Kaufentscheidungen beeinflussen. Dies insbesondere, da viele Eltern heute die Kinder überbehütet aufwachsen lassen. Zwei Tendenzen sind spürbar. Wir haben Helikoptereltern, die über die Kinder kreisen wie ein Helikopter, aus Angst, dass irgendetwas passieren könnte. Oder auch Curling-Eltern, die alle Hindernisse aus dem Weg räumen, damit das Kind „unbeschwert“ durchs Leben gehen kann. Als Ursachen wird angenommen, dass Eltern immer älter sind und dadurch auch mehr Gefahren kennen oder projizieren. Auch ist vielmals im Alter mehr Geld vorhanden, und die Eltern ermöglichen ihren Kindern das, was sie damals vermissten. Also so eine Art Kompensation.

Nach der Mittagspause werden die erwähnten Beobachtungen und Interviewresultate vorgestellt. Da die Eltern ihren Tagesablauf beschrieben haben, konnten Rückschlüsse über die eingesetzten Methoden und Hilfsmittel gezogen werden. So sind heutzutage im Kinderzimmer schon viele Gadgets im Einsatz. Viele Eltern wiegen das Kind über Stunden in den Schlaf. Teilweise setzen sie eine Tragtasche bzw. Kindersitz ein, der mit Hilfe eines Motors diese Aufgabe übernimmt. Was auch festgestellt werden konnte, ist, dass es vielmals auch um Prestige geht. Die Eltern wollen zwar erprobte Modelle, aber sich trotzdem von der Masse abheben.

Da die Forscher die Familien auch begleiteten, wurde bemerkt, dass nicht nur viele Kinderwagen, sondern auch viele Rollatoren unterwegs sind. In Eigenregie hat das Strategieberatungsunternehmen ein neues Geschäftsmodell entwickelt, das sie gerne vorstellen möchten. Sie meinten, gefällt ihnen der Ansatz nicht, müssen sie nichts bezahlen. Sie zeigten in der Präsentation ein Bild eines Buggys und ein Bild eines Rollators. Sie fragten die versammelte Geschäftsleitung, welche Gemeinsamkeiten haben diese beiden Produkte?

Zaghaft kamen Ideen wie, haben beide Räder und werden gestossen. Der Strategieberater nickt und zeigte dann seine zusätzlichen Errungenschaften. Seine Frage „Wer kauft in den meisten Fällen einen Kinderwagen und auch einen Rollator? Es ist meist die gleiche Person, die diese beiden Objekte aussucht und auch bezahlt“. Alle Anwesenden schauen sich gegenseitig an, aber niemand weiss, auf was der Berater hinauswill. „Der Mann kauft vielmals den Kinderwagen und auch den Rollator für die Eltern. Auch kauft er meist die Gadgets, wie automatische Wiege etc.“

Die Forscher fanden in der Feldstudie heraus, dass viele Rollatoren zu fix und starr sind. Viele Betagte wünschen sich einen Rollator, den sie einfach zusammenfalten und im Auto oder in der Kantine verstauen können.

Da gibt es doch Synergien: „Wieso kann die Buggy-Konstruktion nicht auch in einem Rollator eingesetzt werden?“

Der nächste Agenda Punkt zeigt, dass es immer neuere Firmen gibt, die mit innovativen Gadgets auf den Markt kommen und Teile unserer analogen Produkten verdrängen. Darunter eine Firma, die Tragetaschen vertreiben, die das Kind in den Schlaf wiegeln. Oder Firmen, die Kommunikationslösungen oder Schlaf-Duvets für Kleinkinder anbieten oder Schlafphasen etc. tracken.

Am nächsten Tag wird dann die Strategie erarbeitet. Dafür werden am Vorabend Gruppen gebildet, die am nächsten Tag eine neue  Idee vorstellen sollen. Diese Ideen sollen in einer gespielten Alltagssituation vorgestellt werden. Dafür sollen in einem nächsten Schritt auch Userstories erstellt werden, die die Situation und Anforderungen beschreiben sollen. Die Regeln: Es gibt keine Grenzen und nichts ist albern oder unmöglich!

Die Ideen werden auch gleich als sehr interessant befunden und als Ziele wie folgt definiert:

  • Sie entwickeln eine Gelmatratze, bei der das Gel in Wellenbewegungen versetzt werden kann um das Kind mit unterschiedlichen Programmen beruhigen zu können. Diese Matte ist im Sommer kühlend und kann auch geheizt werden.
  • Oder eine Kinderwiege/Sitz, welche mit Motoren in verschiedene Positionen gestellt werden kann. Dadurch wird nur noch ein Kinderwagen für alle Situationen nötig sein. So kann jede Position programmiert werden. Stufe eins stellt eine ganz waagerechte Liege her. Bei Stufe zwei wird eine senkrechte Sitzform eingestellt. Das alles in nur fünf Sekunden. So kann dann der Rückenteil usw. verstellt werden. Alles mit einer Grundkonstruktion, nur durch Motoren einstellbar. Der Griff kann wie bis anhin nach unten geklappt werden. Eine Stoffabdeckung kann unterhalb des Korbes automatisch ab- und aufgerollt werden, damit die Räder etc. verdeckt werden, damit der Wagen auch als Kinderbett eingesetzt werden könnte.
  • Eine Gruppe zeigt eine Skizze einer Baugruppe, die als Kinderbuggy- und als Rollator-Grundkonstruktion dient. Angeschlossen können verschiedene Gadgets, wie z.B. Touchpad- Schwanenhals um z.B. auf dem Rollator zu sitzen und das Gadget zu bedienen ohne das Touchpad halten zu müssen. Oder Kamera, Mikrophone und Lautsprecherhalterung um z.B. ein selbstgesungenes Kinderlied abspielen zu können oder auch die Bewegungen und Haltung überwachen zu können. Alles kann über das Mobile Phone gesteuert werden. So kann das aufgenommene Lied auf die Lautsprecher gestreamt werden und erhält anhand der Mimik Steuerung und Atemimpulse des Kindes Meldungen, falls Unregelmässigkeiten etc. erkannt werden. Die Feder-Dämpfeigenschaft des Kinderwagens soll ebenfalls am Mobilen Device verstellt werden können. Optional können die Räder mit Hilfe von Motoren angetrieben werden. Der Rollator kann mit einem Notknopf ausgestattet werden, auf welchem drei hinterlegte Mobile-Nummern kontaktiert werden, sobald der Knopf gedrückt wird. Auch wird ein Beschleunigungssensor eingebaut und wenn dieser aktiviert wird, kann ebenfalls eine Person per Push Nachricht kontaktiert werden. Diese Person kann dann über das Mobile Phone über die Lautsprecher und über das Mikrofon mit dem Betagten sprechen, um sicher zu gehen, dass nichts Ernsthaftes geschehen ist. Für z.B. Demenzpatienten können auch die GPS Daten geortet werden. Alles ist miteinander vernetzt. Strom leitende Elemente sollen vor EMV (Elektrosmog) oder Brand isoliert/geschützt werden, damit nichts passieren kann. Mit einem Stecker kann alles im Auto oder auch zum Beispiel Zuhause geladen werden. Auch besteht die Möglichkeit, dünnschichtige Solar-Panels z.B. in die Seitenelemente des Wagens oder an den verstellbaren Sonnenblenden einzusetzen.
  • Eine weitere Gruppe zeigt, dass individuelle Gestaltungselemente des Kinderwagens als Zusatzverkäufe dienlich sein könnten. So könnten smarte Textilien eingesetzt werden, die mit Hilfe einer App selber gestaltet werden können. So können Motive von einer Datenbank heruntergeladen werden und der Sonnenschirm, die Seitenteile etc. können so mit diesem Motiv angesteuert werden. Das Motiv kann jederzeit geändert werden. An einer Sportveranstaltung kann z.B. das Logo des Sportvereines aufgeschaltet werden. Ein florales Muster, Motorrad-Logo… alles ist möglich. Auch können z.B. unter dem Kinderwagen LED Beleuchtungen angebracht werden. Dies gäbe ähnliche Effekte wie die der Fahrzeuge des Films „The Fast and the Furious“. Und Individualität ist immer wichtiger und man will sich ja abheben.

Projektvorgehen

Alle Beteiligten waren nach dem zweiten Tag sehr zufrieden. Sie setzten sich nun zum Ziel, alle diese Ideen bis Ende Jahr zur Serienreife weiterentwickeln zu können. Die smarten Technologien sollten, wenn möglich eingekauft und nicht selber entwickelt werden, um nicht Zeit zu verlieren und von der Konkurrenz überrollt zu werden. So sollen in den nächsten sechs Monaten erste Prototypen erstellt werden, um die Machbarkeit auch beweisen zu können. Die Prototypen sollen funktionstüchtig sein, sodass aufgezeigt werden kann, wie die verschiedenen Akkugrössen etc. ausgetauscht werden können und welche Kosten anfallen bzw. wo die Gewinnschwelle liegt.

Als die Produktionskosten mehr oder weniger bekannt waren, wurde vom Marketing anhand den Einkaufspreisen, den Vertriebskosten etc. die Verkaufskosten errechnet. Dafür wurden die gleichen Studienteilnehmer nochmals gefragt, ob sie bereit wären, für diesen oben beschriebenen Kinderwagen rund Euro 1’400.— bis Euro 1’600.– zu bezahlen. Die Kunden waren von den Ideen begeistert und meinten, wir würden sogar unseren jetzigen Wagen verkaufen, wenn wir dieses tolle Ding kaufen könnten.

Die Produkte wurden alle zur Serienreife weiterentwickelt und vertrieben. Die Kunden die an der Studie teilgenommen haben, bekommen die erste Serie des Kinderwagens kostenlos. Dafür mussten sie täglich in verschiedenen Elternblogs, einmal in der Woche über die positiven Erfahrungen berichten.

Die Rollatoren wurden über verschiedene Elektrofachmärkte für Euro 299.– vertrieben.

Erfolgskontrolle und Lessons learned

Der CEO meinte: „Wir haben im zweiten Jahr Europaweit rund 1’200 Kinderwagen und rund 3’000 Rollatoren verkauft. Der Berater hatte recht und vermutlich war auch er überrascht, dass unser „Nebenprodukt“ so einschlägt. Das ist wirklich sehr positiv. Momentan haben wir jedoch sehr viel Kunden, die gerne animierte Grafiken wie z.B. Laufschriften etc. auf den Kinderwagen abspielen möchten, dadurch minimiert sich jedoch die Akkulaufzeit enorm. Wir arbeiten dran und können durch Softwareupdates hier noch Optimierungen vornehmen.“

Die Moral an der Geschicht, dieses Projekt gibt es so nicht.

Es soll aufzeigen, wie einfach es ist und helfen, auf diesem Case Ideen zu finden, anstelle uns zu winden.

Es gibt sicherlich Firmen die kommen und gehen, das konnten viele sehen.

Aber warte nicht ab, denn eines Tages wird vermutlich ein Schnellerer, Günstigerer kommen und alles ist zerronnen.

Sei daher auf der Hut und denke voraus, wie ein Pfau und nicht wie der Vogel Strauss.

Tesla, Google, Uber, BitCoin etc. zeigen, wie schnell wir die Köpfe neigen.

Passieren kann es jederzeit, daher sei für die digitale Zukunft bereit.

Case 6: Digitalisierung der Getränkebranche

Ausgangslage

Eine Getränkehandels-Kette, die auf Wein und Spirituosen spezialisiert ist, bemerkt immer mehr, wie die grossen Detailhändler langsam aber sicher den Getränkemarkt dominieren. Grosse ausländische Ketten verkaufen teilweise Weine fast zu Einstandspreisen, da diese global zu anderen Konditionen einkaufen können. Der Verwaltungsrat hat der Geschäftsleitung den Auftrag erteilt, ein neues Konzept zu erarbeiten um insbesondere die exklusiven Marken besser positionieren zu können.

Die Geschäftsleitung zieht sich 3 Tage vom Tagesgeschäft zu einem Strategiemeeting zurück und lässt sich von einem Marketingunternehmen beraten, welche sich auf Kundenanalyse im Retailmarkt spezialisiert hat.

Die Marketingfirma bittet die Geschäftsleitung, alte bekannte Muster zu verlassen. Sie stellen als erstes neue Geschäftsmodelle vor. Dabei wird auch die „Long Tail-Theorie“ aufgezeigt. Im Zeitalter des World Wide Web und der Industrie 4.0 werden Massenmärkte an Bedeutung verlieren, während Nischenprodukte immer weiter aufstreben. Der User stellt seine Produkte in den Warenkorb und die Bestellung wird automatisch in ein Produktionsauftrag überführt. Anhand der Daten wird automatisch die Produktionsanlagen wie auch Abfüllanlagen umgerüstet. Dadurch können Kleinserien kostengünstig hergestellt, die meist zu einem höheren Preis abgesetzt werden können. Es gibt ja keine vergleichbaren Produkte, denn diese sind massgeschneidert.

In einem zweiten Schritt zeigt die Marketingagentur wie wichtig es ist alle Kanäle zu bedienen. Soziale Medien, Blogs, Foren und bewertete Beiträge etc. haben einen grossen Einfluss auf das Kaufverhalten. Sie stellen diverse Studien vor die zeigen, dass immer mehr Konsumenten Bewertungen folgen.  Die Weinbranche war mit Punkten von Robert Parker oder Gambero Rosso etc., Medaillen oder Diplomen, quasi Vorreiter solcher Produktbewertungen. Nun sind aber viele Kunden unsicher, ob die Wein-Prämierungen effektiv fair ablaufen. Viele Retailer vertreiben Weine, die über 90 Punkte ausweisen, die früher gar nicht in einer solchen Menge auf den Markt gebracht werden konnten. Daher vertrauen Kunden immer mehr den Konsumenten selber. Wer online Bewertungen verfasst, macht dies gemäss einer Studie vor allem, um anderen Verbrauchern bei der Entscheidung zu helfen (59 Prozent). 38 Prozent der Bewerter wollen sich mit ihrem Feedback beim Unternehmen bedanken.

Anhand von Verkaufszahlen und Branchenwerten analysiert der Getränkeanbieter die Kundensegmente. Sie simulieren anhand von Studien das Verhalten, welche Faktoren und Informationen auf die Kaufentscheidungen Einfluss haben. Sie suchen Gemeinsamkeiten bei Wein interessierten Kunden. Mit Hilfe von neueren Neuromarketing-Erkenntnissen wird das Verhalten dieses Segmentes noch besser beschrieben. Der Idealkunde ist ein Genussmensch mit viel Phantasie und ist technisch versiert. Er kann sich sehr gut die Weinnuancen bildlich vorstellen.

Sein Wesen schwankt aber zwischen Harmonie und Stimulanz. Ein Harmonieser kauft Produkte, nachdem die Standfestigkeit und Problemlosigkeit herausgestellt wurde.

Den Hedonisten (Stimulanz) interessiert diese Argumentation überhaupt nicht. Er ist begeistert, wenn man ihm die einzigartigen, neuen Seiten eines Produkts aufzeigt. Auch fasziniert ihn als Individualist die Aussicht, der Erste und Einzige zu sein, der dieses Produkt verwenden wird.

So oder so, informiert sich der Idealkunde über verschiedene Kanäle und sieht sich auch das Weingut genau an. Er unterscheidet sich einfach im Umgang mit Bewertungen. Der Harmonieser, schaut auf Kundenbewertungen und der Hedonist sucht eher „unerforschtes Land“.

Das Management definiert am dritten Tag die Massnahmen zu folgenden Themen:

  • Wie werden wir gefunden?
  • Wie bauen wir das Vertrauen auf?
  • Wie können wir die Transaktion erleichtern?
  • Und zu guter Letzt, wie verbessern wir die Kundenloyalität?

Danach werden die Projektziele beschrieben.

Projektziele

Es werden folgende Ziele definiert:

  • Aufbau eines Kundenportals, wo der Kunde sich registriert, personalisierte Infos bekommt und Weinetiketten gestalten kann.
  • Dieses Portal soll Videoinhalte verwalten können, sodass Videos oder Livestreams sowie eLearning Content angeboten werden kann.
  • Push Nachrichten sollen den Kunden dazu animieren, in Iteration mit uns zu treten.
  • Der Content soll auch teilweise in 3D zur Verfügung stehen.
  • Es sollen Bewertungsmöglichkeiten auf sozialen Medien und auch auf dem Portal geshart werden können.
  • Verschiedene Bezahlungsarten sollen möglich sein.
  • Coupons sollen verwaltet werden können.

Projektvorgehen

Die Detailanforderungen werden aufgenommen. In einem weiteren Schritt werden ERP Anbieter eingeladen, die auch unter dem gleichen Core, Shop, CRM/Marketing- und eLearning-Module anbieten. Mit einem Anbieter wird ein POC vereinbart. Ziel ist es insbesondere von A/B Tests die Performance mit rund 3’000 unterschiedlichen Kundenkonten prüfen zu können. Nach dem Proof of concept werden die Detailanforderungen umgesetzt. Der Content wird von den Produzenten kostenlos geliefert. Dies da der Getränkelieferant einen mindestens 40% höheren Umsatz prophezeit.

Vermarktung

Sie schreiben die bestehenden Kunden an und sichern zu, dass sich für die Bestandes-Kunden nichts ändern wird. Sie erwähnen aber die Mitgliedschaft und bieten ihnen eine verbilligte Jahresmitgliedschaft an.

Zusätzlich versuchen sie neue Kunden aufzubauen. Dafür bieten sie Abos über ein grosses Gutschein-Portal zum halben Preis an. Z.B. ein einmonatiges Probeabo für CHF 50.– anstelle 100.– .

Es gibt verschiedene Ausprägungen, wie zum Beispiel ein Freemium Modell, bei dem einzelne Module der Schulung kostenlos angeboten werden. Möchte der Kunde alle Schulungsinhalte sehen um die Zertifizierung abschliessen zu können, muss der Kunde dann einmalig CHF 85.– pro Modul bezahlen. Standardmässig wird aber ein all inkl. Jahresabonnement für CHF 900.– verkauft.

Der Kunde bekommt aber anhand seiner Vorlieben, sogenannten „Genres“ monatlich ein Probierpaket mit Weinen und Spirituosen in kleinen Einheiten. So zum Beispiel 12 Weine in 3.75 dl Flaschen und 4 Spirituosen in 4 cl. Einheiten. Wenn es gefällt, können grössere Einheiten bestellt werden.

Mit jeder Lieferung werden dem Kunden auch die neuen Weinbeschreibungen etc. freigeschaltet.

Der Kunde kann mit Hilfe von 3D Kamerabilder an einer virtuellen Degustation teilnehmen und kann sich im Weinkeller des Weinproduzenten umsehen und erhält eine begleitete Kellerführung.  Auch auf den Weinbergen sind 360 grad Kameras vorhanden. Der Kunde kann virtuell an der Weinlese teilnehmen. Es besteht auch immer die Möglichkeit, das Weingut zu besuchen. Dafür erhält der Kunde nach drei Jahren Mitgliedschaft kostenlos eine Nacht auf einem seiner Lieblings-Weingüter. Dadurch wird die Kundenloyalität und die Glaubwürdigkeit erhöht. Der Kunde kann sich selber davon überzeugen und lernt den Produzenten kennen.

Er kann auch kostenlos online Weinkurse besuchen. Bei jedem Wein kann der Kunde dann seine Wahrnehmung des Weins mit einem online Tutorial abgleichen. Das Testergebnis kann dann in diversen sozialen Netzwerken geshart werden. Es erscheint dann jeweils zum Beispiel „Peter‘s Sensorik-Knospen sind hervorragend“ oder „Superstar“. Der Kunde erhält auch ein Zertifikat, wenn er die Sensoriktests besteht.

Viele Weinliebhaber möchten gerne ihr eigenes Weingut besitzen oder wenigstens eigene Weine kreieren. Daher kann eine exklusive Käuferschaft anhand ihrer Vorlieben ihren eigenen Wein unter eigenem Label inkl. Etikette abfüllen lassen. Sie können sogar den Wein auf der Plattform unter ihrem Label anbieten. Dafür wurden automatisierte Abfüllanlagen und Drucker/Plotter angeschafft. Die Kunden können mit wenigen Handgriffen unter einer Vielzahl an Vorlagen die Etikette selber am PC gestalten und anhand von Vorlieben die Trauben und der Ausbautechnik die Rezeptur zusammengestellt. So kann zum Beispiel ausgewählt werden, ob der Wein in einer französichen Eiche oder im Stahltank gelagert werden soll. Die Weinrezeptur sowie die Etikett-Grafik werden am elektronischen Auftrag angehängt und über die Schnittstellen den Produktionsanlagen übergeben. Die Kunden werden zu jedem Produktionsvortschritt informiert. So wenn die Weine aus dem Barrique in die Flaschen abgefüllt werden. Sie können per Webcam an der „Geburt“ teilhaben. So ist es einzelnen Kunden auch wichtig, Content zu sharen. So möchten Kunden ihren Gästen ein Video ihres bevorzugten Weingutes zeigen, wie zum Beispiel wie die Corvina Trauben in Holzkisten getrocknet werden. Andere teilen die Videos auf Facebook oder weiteren sozialen Plattformen.

Erfolgskontrolle und lessons learned

Der CEO äusserte sich wie folgt: „Wir haben sicherlich einige Kunden vor den Kopf gestossen, da wir doch sanft unser Sortiment zu Gunsten der Exklusiv-Marken konsolidiert haben. Wir denken aber, dass wir die nächsten Jahre mit der bisherigen Strategie nicht überlebt hätten. Positiv ist also, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir haben alle Ziele erreicht und dies innerhalb von zwölf Monaten. Wir haben nun 600 Abo-Kunden und setzen damit zusätzlich CHF 800’000.– um. Ab dem nächstens Jahr rechnen wir jährlich mit einer 40%-igen Zunahme. Wir streben auch an, dass der Kunde verschiedene Jahrgänge testen kann, womit wir viele der Stammkunden behalten können. Da wir bei diesen Produzenten exklusive Verträge haben, können wir die Marge in diesem Bereich sogar erhöhen und nur mit drei weiteren Mitarbeitern in unserem Hauptsitz arbeiten. Daher sollten wir den break even in drei Jahren erreicht haben.

Die Moral an der Geschicht, dieses Projekt gibt es so nicht.

Es soll aufzeigen, wie einfach es ist und helfen, auf diesem Case Ideen zu finden, anstelle uns zu winden.

Es gibt sicherlich Firmen die kommen und gehen, das konnten viele sehen.

Aber warte nicht ab, denn eines Tages wird vermutlich ein Schnellerer, Günstigerer kommen und alles ist zerronnen.

Sei daher auf der Hut und denke voraus, wie ein Pfau und nicht wie der Vogel Strauss.

Tesla, Google, Uber, BitCoin etc. zeigen, wie schnell wir die Köpfe neigen.

Passieren kann es jederzeit, daher sei für die digitale Zukunft bereit.

Case 5: Garage 4.0

Ausgangslage

Ein Garagenzulieferer bemerkt, dass immer mehr Endabnehmer Autoersatzteile und Zubehöre im Ausland ordern. Dadurch gibt es weniger Garagenbesuche und daraus resultierend, weniger Bestellungen die der Garagist beim Zulieferer tätigt.

Sie kennen den Endkunden bis anhin nicht, da sie nur lieferten, was die Garage bestellte. Sie analysieren die verschiedenen online Shops rund um Autoersatzteile, Autozubehör und Garageneinrichtungen. Sie sehen, was die Endabnehmer verlangen und wie ihnen die Produkte und Dienstleistungen angepriesen werden. Sie bemerken in Foren, dass die Konsumenten vielmals eine fachliche Anleitung benötigen, da viele Foren sich mit diesem Thema beschäftigen. Die Kunden verlieren jedoch immer viel Zeit und meist wissen sie nicht, ob sie den Tipps trauen können.

Die Firma möchte ebenfalls auch die Endkunden beliefern, da Lager, Transportlogistik, Support schon vorhanden sind.

Projektziele

  1. Es soll eine neue Businesseinheit gegründet werden, damit die bisherigen Kunden sich nicht benachteiligt fühlen.
  1. Um sich von den Mitbewerbern abheben zu können, sollen alle nötigen Einbauanleitungen zur Ansicht elektronisch zur Verfügung stehen. Der Content soll aber auch dem Garagengeschäft zugänglich sein, da dadurch ein Mehrwert geboten werden kann. Jedes Fahrzeug und jedes Teil hat ja seine Tücken und dadurch kann der Automechaniker auch Zeit einsparen.
  1. Die Lager- und Transport Logistik Unit soll eigenständig werden, um auch für andere Unternehmen, die Touren für Garagen übernehmen zu können. Dadurch wird der Zulieferer bei Kunden auch wahrgenommen, die er bis anhin nicht beliefern durfte. Auf den bisherigen Touren, werden gleichzeitig die Endkunden beliefert.

Projektvorgehen

Es wurde ein Vorprojekt aufgesetzt. Dabei wurden Personas der Kunden erstellt. Eine Persona beschreibt die Merkmale eines Mechanikers einer professionellen Werkstatt, eine andere eines semiprofessionellen „Autoschraubers“, der in seiner privaten Garage immer wieder an seinen Autos „bastelt“. Es wurde definiert, wie sie den Content ansehen und die Produkte handhaben. Da die Garagen der Endkunden vielmals keine Hebebühne haben, müssen die Einbaupläne auch unter dem Auto angesehen werden können. Schnell stellt sich heraus, dass die Anleitungen mit einer virtuellen Brille angezeigt werden muss. Unter den Autos hat es meist einfach keinen Platz um Explosionszeichnungen auf Tablets oder in Papierform ansehen zu können und das Mobile Phone ist nicht so lichtstark bzw. die Akkuleistung mit Beleuchtung würde schnell abgebaut sein. Und die Datenanzeige muss mobil sein, daher fällt der PC ebenfalls weg.

Um weiter gehen zu können, ladet der CIO einzelne CAD Hersteller ein, die in der Automobil- und Ersatzteilbranche Referenzen vorweisen konnten. Ein Anbieter konnte sogar Projekte vorweisen, bei welchen der Content auf virtuellen Brillen angezeigt werden kann. Um sicher zu gehen, dass alle Anforderungen abgedeckt werden, wurde gemeinsam mit diesem Anbieter die Requirements aufgenommen.

Danach erfolgte die Evaluation einer virtuellen Brille und auch dem Redaktionssystem, welches am CAD angeschlossen werden kann. Bei der Firma, die uns in der Analysephase unterstützt, waren die Lizenzkosten sehr hoch, jedoch bot uns die Firma eine Branchenlösung an, womit die Entwicklungskosten tiefer ausfallen und auch die Weiterentwicklungskosten mit anderen Kunden geteilt werden können. Sicherlich gibt es eine Abhängigkeit, aber es soll versucht werden, nicht am Standard vorbei zu entwickeln. Dies insbesondere, da alle unsere Anforderungen gemäss Angebot im Standard umgesetzt werden können.

Die Herausforderung bestand darin, die Ablagestruktur richtig aufzusetzen. Viele Ersatzteile wie Bremsscheiben, werden in mehreren Autos verbaut. Also muss das Masterbild einfach verlinkt werden können.

Evaluation VR Brillen

Das Ersatzteilunternehmen testete einige virtuellen Brillen und merken, dass die digitalen Daten auch mit reellen Daten als mixed Reality vermischt werden können. Sie evaluieren eine stabile und tragsichere VR-Brille eines grossen Anbieters. Informationen und Bilder werden projiziert und via Stimme und Gesten kann interagiert werden. Das Sichtfeld der Brille liegt bei rund 90 Grad. Für die Tiefenwahrnehmung und die Gestensteuerung ist eine sogenannte TOF-Kamera (Time-of-flight) eingebaut. Die Sensorkamera misst via Laufzeitverfahren den Abstand zu unterschiedlichen Gegenständen in der Umgebung. Ausserdem nutzt die Datenbrille ein Tracking-System bestehend aus Gyroskop und Beschleunigungsmesser. Zusammen mit den Daten der TOF-Kamera entsteht so eine Karte der Umgebung und der Gegenstände im Raum. Auch ein Kompass ist verbaut, sodass auf Werkzeuge verwiesen werden kann.

Erstellung von Content

Der Garagenzulieferer konnte auch alle Lieferanten dazu bringen, die CAD Konstruktionsdaten zur Verfügung zu stellen. Leider waren die Autohersteller nicht bereit, ihre Baugruppenbilder zu veröffentlichen. Daher mussten mit speziellen Kameras die Fahrzeuge aufgenommen und mit den bestehenden Explosionszeichnungen verknüpft werden. Um einen räumlichen Eindruck zu erzeugen, werden zwei Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven erzeugt und dargestellt (Stereoprojektion).

In einer zweiten Phase wird dann dieser 3D Content, noch mit akustischen und visuellen Signalen erweitert, damit der Mechaniker anhand von Signalen über Arbeitsschritte informiert werden kann. Damit weiss der Mechaniker, welche Arbeitsschritte nötig sind.

Nun werden in der ersten Phase die Anleitungen der 50 gängigsten Autotypen formatiert. In den Schritten werden auch Werkzeuge und Hilfsmittel angezeigt, die bestellbar sind. Mit der Stimmen- und Gestiksteuerung kann der Artikel jeweils in den Warenkorb gelegt werden.

Vermarktung

Das Projekt wird ausgerollt. Die Brille sowie ein Wireless Repeater werden im ersten Monat ab einem Bestellwert von CHF 2’000.— kostenlos zur Verfügung gestellt. Nach dieser Zeit werden die Geräte ab einem Jahresvolumen von CHF 4’000.– kostenlos abgegeben. Erreicht der Kunde diesen Betrag nicht, werden CHF 500.— belastet. Der Kunde muss jedoch per Bluetooth mit dem Mobile Phone und das Mobile Phone mit dem Wifi Router verbunden sein. Die Repeater werden mitgeliefert, da in einer Testphase einzelne Kunden besucht wurden um nachzuprüfen, wie die Daten gestreamt werden können. Um sicher zu gehen, wurde sicherheitshalber auch dieser zur Verfügung gestellt.

Dienstleistungen die neu bezahlt werden

Der Kunde kann auch einen Supportvertrag abschliessen, bei dem eine Fachperson online für Fragen etc. zur Verfügung steht. Er kann über die Brillenkamera Anweisungen und Tipps geben.

Nachdem die ersten Erfahrungen gesammelt werden konnten, wurde festgestellt, dass diese Dienstleistung rege bestellt wird, da der Support minütlich abgerechnet werden kann und die Arbeit nicht unterbrochen werden muss. Dies ist insbesondere erfreulich, da dadurch ein Grossteil der teuren Beratungs- und Falschbestellungskosten eingespart werden können.

Auch dieses Projekt war ein voller Erfolg. Zusätzlich kamen immer mehr Anfragen von ausländischen Kunden, sodass die Firma Zweigniederlassungen in DACH, Frankreich und Italien eröffneten. Der Content war ja bereits 3 sprachig, wodurch dieser Schritt einfach vollzogen werden konnte. Im Ausland wurde jedoch die Lager-, Transportlogistik ausgelagert.

Zwischenzeitlich wurde die Kapazitätsgrenze erreicht. Niemand hätte damit gerechnet. Daher wurde in Grenznähe Land gesucht, welches gut angebunden ist und wo auch genügende Mitarbeiter gefunden werden konnten um selber die internationale Lagerlogistik sicherstellen zu können.

In einer späteren Phase, wenn die 3D Drucktechnologie auch ausgereift ist, soll analysiert werden, ob ein Bedarf besteht, z.B. „Kleinteile“ wie Emblem, Zierleisten, Knöpfe etc. beim Kunden selber ausdrucken zu können. D.h. damit könnte insbesondere der Oldtimer-Markt ausgebaut werden. Dieser wurde bis jetzt nur punktuell bedient, da der Bestellzuschlag für Kleinteile auch bei unseren Lieferanten zu hoch ist und die Margen auf Kleinteilen einfach zu tief sind. Die Druckdaten und auch der 3D Drucker würde ab einem Bestellwert von schätzungsweise CHF 5’000.— zur Verfügung gestellt werden.

Viele der Daten sind auf dem Markt käuflich zu erwerben, daher sollen hier die Details geprüft werde, um auch hier Entscheidungen auf Basis verlässlicher Daten treffen zu können.

Erfolgskontrolle und lessons learned

“Zum Glück haben wir eher pragmatisch mit kleinen Teilschritten angefangen. Hätten wir alle Projekte gleichzeitig Stämmen müssen, hätten unser Tagesgeschäft und die Mitarbeiter zu arg gelitten. Die Ideen sind auch erst gekommen, nachdem wir die ersten positiven Kundenfeedbacks erhalten haben. Die Kundentreue hat sich bei den Garagen verbessert, da just in time die Anleitungen zur Verfügung stehen ohne vorher sich in Anleitungen lesen zu müssen.“

„Nun zu der Rückseite der Medaille. Das Digitalisierungsprojekt ohne neue Lagerlogistik hat uns rund 2 Mio. CHF gekostet. Dafür müssen wir noch lange bluten. Hätten wir jedoch diesen Schritt nicht eingeleitet, würde es uns vermutlich in 4 Jahren nicht mehr geben. Nun sind wir gewachsen und rund alle Quartale werden neue Funktionalitäten aufgeschaltet. Es hat sich gelohnt und wir werden auf diesem Fundament die Zukunft bestreiten können“, meinte der CEO.

Die Moral an der Geschicht, dieses Projekt gibt es so nicht.

Es soll aufzeigen, wie einfach es ist und helfen, auf diesem Case Ideen zu finden, anstelle uns zu winden.

Es gibt sicherlich Firmen die kommen und gehen, das konnten viele sehen.

Aber warte nicht ab, denn eines Tages wird vermutlich ein Schnellerer, Günstigerer kommen und alles ist zerronnen.

Sei daher auf der Hut und denke voraus, wie ein Pfau und nicht wie der Vogel Strauss.

Tesla, Google, Uber, BitCoin etc. zeigen, wie schnell wir die Köpfe neigen.

Passieren kann es jederzeit, daher sei für die digitale Zukunft bereit.

Case 4: Smarte und modulare Koffer braucht die Welt

Ausgangslage

Ein Kofferhersteller hat seit einigen Jahren Absatzprobleme da wirtschaftliche Krisen, Terrordrohungen etc. der Reisebranche zusetzen. Auch gibt es einzelne Kunden, die mit dem Kofferkauf warten, da Zukunftsforscher angeben, dass durch die Virtual Reality Technologien, insbesondere Städte vermehrt„virtuell“ erkundet werden. Viele Kunden verschieben einzelne Reisen, da die Gefahrenlage zu gross ist und dadurch benötigen sie auch keine neuen Reisekoffer. Die Konsumenten überlegen sich heute zweimal, ob sie einen neuen Koffer kaufen oder ob sie z.B. Koffer für diese kurze Zeit entlehnen.

Zudem gibt es einen grossen Preiskampf im angestammten Markt. Immer günstigere Hersteller kommen auf den Markt und auch wenn die Kunden später meist wieder zurückkehren, da die Qualitätsversprechen vieler Mitbewerbern nicht eingehalten werden können, wird es immer komplexer, alle Kanäle zu pflegen. Cross-Channel-Marketing, retargeting usw. schmälern zudem die Margen. Daher hat das Unternehmen sehr volatile Verkaufszahlen und sie können wegen den wechselnden Trends nicht „auf Lager“ produzieren.

Nun möchte die Firma herausfinden, was gemacht werden kann, um den schwindenden Absatz kompensieren zu können.

Personas zeigen ein klares Bild der Käuferschaft auf

Der Kofferhersteller möchte von aussen her eine neue Sicht erhalten und stellt daher einen Chief Digital Officer ein. Nachdem der CDO die Prozesse analysiert hat, stellt er verschiedene Kundenprofile, sogenannte Personas zusammen. So gibt es verschiedene Ausprägungen. Einzelne Kunden reisen meist geschäftlich und brauchen alle Devices schnell und einfach verstaut und „sofort“ betriebsbereit. An die verspäteten Flugzeiten haben sie sich gewöhnt. Aber die grösste Angst besteht darin, Devices oder andere Wertsachen zu verlieren.

Andere Kunden reisen durchschnittlich dreimal im Jahr, meist Sommer, Herbst und Winter. Immer mehr gibt es solche die individuell reisen und z.B. ein Auto mieten, um das Land zu erkunden. Sie benötigen im Hotelzimmer einen grossen Koffer, der als eine Art „Hub oder Dampfer“ fungiert, in dem der Reisende einen Teil der Wertsachen zentral und sicher verstauen kann. Zusätzlich benötigt dieses Profil einen kleinen Koffer als sogenanntes „Schnellboot“ womit sie zum Beispiel die naheliegende Grossstadt erkunden können. Am Abend kehren sie wieder zum zentralen Hub zurück, um das „Schnellboot“ für das nächste Abenteuer zu komplettieren.

Der CDO lädt im zweiten Schritt zu einem zweitägigen Symposium ein, bei dem verschiedene interdisziplinäre Institute und Unternehmen an einem Podiumsgespräch „Reisen 4.0“ ihre Sicht einbringen können.

Der Hersteller ist überzeugt, dass nach diesen zwei Tagen mit Hilfe dieses „Knowledge-Clusters“, ein „ideales Abbild der Zukunft“ vorhanden sein wird. Die Gäste waren zahlreich angereist. Es kamen Zulieferer, Forscher von faserverstärkten Verbundwerkstoffen, Spin-offs, Reiseveranstalter, Fluggesellschaften, Flughafenbetreiber, Politologen, Zukunftsforscher, Sensoren-Hersteller, Journalisten, Blogger, Religions- sowie Terrorexperten etc.

Die Meinungen waren eindeutig, „ja, es wird mindestens die nächsten fünf Jahre weniger gereist“. Auch gibt es immer neue Möglichkeiten zu reisen. Flixbus, Uber, Kooperationen wie zwischen der SBB und BMW zeigen, dass verschiedene Fortbewegungsmittel gemeinsam genutzt werden. VR-Reisen werden die Reisebranche stark treffen. Personentransporte per Drohne oder private Raumfahrtprojekte etc. werden ebenfalls die Reisegewohnheiten verändern. Flexibilität und Mobilität wird immer wichtiger.

Die Diskussionen waren sehr breit gefächert. Aus den Aussagen heraus, versuchte die Firma mit Hilfe eines Storytelling-Spezialisten die Ideen auf einer Mindmap aufzuskizzieren. Darin enthalten waren sehr visionäre, aber realistische Ideen. Anhand diesen Ideen werden die wichtigsten Entscheidungsgrundlagen erstellt. Am Abend, wurde intern die Machbarkeit aller einzelnen Ansätze grob geprüft und freigegeben.

Der Hersteller definiert daraus folgende MVP’s (minimale Funktionsfähigkeit) als Projektziele.

Projektziele

  • Koffer müssen stabiler modularer und multifunktionaler werden, da auf Reisen immer unvorhersehbarere Ereignisse aufkommen können. Es kann sein, dass wir wegen Naturkatastrophen oder anderen Gefahrenlagen, Streiks etc., nicht wie geplant weiterreisen können. Wir haben Sachen im Gepäck, welches wir tagtäglich benötigen. Wir merken immer mehr, dass nicht nur der Pass das Wichtigste ist, sondern wir haben immer auch andere wichtige Sachen bei uns und die Ersatzbeschaffung wäre mit grossem Aufwand verbunden. Einer unserer Koffer ist immer überall dabei, wo auch der Kunde unterwegs ist. In einem Notfall ist das ganze „Hab und Gut“ dabei, ob für einen Tag, eine Woche, einen Monat oder auch länger.
  • Es soll einen smarten Schliss Mechanismus geben.
  • So soll es auch eine Solar- oder 12/125/240V stromgespiesenen Akku verbaut werden, der unterwegs Laptop oder Tablet usw. laden kann.
  • Alle Devices werden in speziell gepolsterten und verstellbaren Fächern verstaut.
  • Die häufig verkauften Devices werden mit einem Bussystem miteinander vernetzt.
  • Im Hotel kann nur ein Kabel angesteckt werden und alles wird geladen. Die Box kann auf dem Nachttisch mit einer speziellen Grip-Folie befestigt werden.
  • Es gibt bereits erfolgreiche Anbieter, die leichte Schusswesten oder schusssichere Rucksäcke verkaufen. Daher wäre der Markt da, um schusssichere Koffer verkaufen zu können, die auch als Schutzschild bei einem Einsatz von z.B. Splitterbomben und bei Schussgefechten etc. Schutz bieten. Die als Schutz dienenden faserverstärkten Polymerplatten sollen auch herausgenommen werden können. Damit das Mehrgewicht nicht zu teuer wird, denken die anwesenden Fluggesellschaften, dass es möglich sein müsste, günstige Tarife für das Übergepäck anbieten zu können.
  • Koffer sollten einfach vergrössert und verkleinert werden können.
  • Die Koffer sollen die wichtigsten Utensilien wie Stromverteilung, Notlampe, Desinfektion und Verbandszeug etc. enthalten. Die Funktionsfähigkeit wie z.B. Ablaufdatum, Batteriestatus etc., sollen auf einer App angezeigt werden. Mit der App wird auch signalisiert, falls Sachen, wie Schlüssel, Portemonnaie, Natel etc. nicht eingepackt wurden. Man kann verschiedene Szenarien wählen um verschiedene Devices und Hüllen miteinander koppeln zu können. So brauche ich keinen Laptop oder Nessessär, wenn ich das Szenario „Tagestripp“ einstelle.
  • Koffer sollen einfach an die Mobilität angepasst werden. Zum Beispiel sollten Taschen oder Koffer an gängige Motorroller, Kickboards und „Teslas oder zukünftigen Fortbewegungsmitteln dieser Welt“ etc. einfach „aufgesetzt“ werden können. Auch sollen Kickboards einfach an den Koffern angebracht werden um nicht zwei separate Gepäckstücke mitnehmen zu müssen.
  • Das bisherige tiefpreisigere Segment soll weiter bestehen bleiben.

Alle Teilnehmer sind nach diesen zwei Tagen begeistert und guten Mutes, dass die Ideen auch umgesetzt werden. Als Dank erhält jeder Teilnehmer einen Koffer, bei dem das Mindmap vom Vortag aufgebracht wurde. Die Teilnehmer werden regelmässig über den Status des Projektes informiert, da sie überzeugt sind, dass alle Teilnehmer als Multiplikatoren positive Botschaften vermitteln.

Projektvorgehen

Entwicklung von modularen und smarten Koffern

Die Entwicklung wird angestossen. In der ersten Phase werden drei Koffergrössen in dunklen Farben produziert, die mit einem patentierten Schliesssystem, welches „End-to-End“ verschlüsselt ist. Die Koffer können mit Hilfe dieses Systems miteinander verschmelzt werden. Mit dem Fingerprint am Mobile Device können die Koffer geöffnet und verschlossen werden.

Die elektronischen Schlüssel können auch widerrufen werden, falls ein Device verloren geht. Auch können zeitlich beschränke temporären Zugänge gewährt werden.

Der Kofferdeckel kann einfach entfernt werden. Der grosse Deckel kann aufgestellt werden um Hemden oder Hosen an einem Teleskoprohr aufhängen zu können.

Der obere Teil des Koffers kann ebenfalls losgelöst werden und kann als einzelne Box z.B. auf dem Beifahrersitz oder auch bei einem kleineren Koffer angedockt werden. Alle Devices können darin verstaut/geladen werden. Alles hat seinen Platz und muss nichts gesucht werden, da alle smart miteinander verkuppelt/verheiratet werden.

Der Kunde hat auch die Möglichkeit verschiedene andere Produkte mit Hilfe eines Chips zu vertaggen und mit dem Bussystem zu verheiraten. So gibt es Kunden die Schmuck, Schlüssel, Pass etc. sichern, damit dieser nicht verloren geht bzw. angezeigt wird, falls etwas im Hotelzimmer liegen bleibt.

Erkannt wurde, dass mittelfristig vermutlich die Kunden nur noch mit einer virtuellen Brille reisen werden. Der Hersteller ist jedoch überzeugt, dass es neue smarte Devices wie Schlafsensoren, Blutdruckmessgeräte usw. geben wird, die der Globetrotter mitnehmen und laden will und meist hat es nur wenige Lademöglichkeiten in den Hotels.

Die Technikbox ist in der Grösse einer Transportkiste, die am Zoll bei Flughäfen im Einsatz sind. Die Detektoren Hersteller haben grünes Licht gegeben, dass diese Boxen ebenfalls durch den Scanner hindurchgelassen werden können. Dem Personal wird sogar über die Busdaten angezeigt, welche Devices enthalten sind, um mehr Analysezeit für die wesentlichen Gefahren einsetzen zu können. Der Vorteil liegt auch für den Flughafenbetreiber und für den Grenzschutz auf der Hand. Es kann Zeit eingespart werden, da nicht immer alle elektronischen Devices bei der Personenkontrolle ausgegraben und wieder einsortiert werden müssen. Sicherlich muss dem Zoll auch die Möglichkeit gegeben werden, die Koffer öffnen zu können. Jedoch erhält der Zoll nur einen temporären Zugangsschlüssel, der nach einer kurzen Zeit wieder abläuft. Auf dieser Basis können auch weiteren Personen der Zugang gewährt werden. Falls das Reisegepäck verloren geht, kann es geortet werden. Nun müssen auch die Behörden und der Grenzschutz die Freigabe der Boxen noch bestätigen.

Der grosse Koffer kann wie andere handelsübliche Koffer gepackt werden. Dabei werden Kleider und Reiseutensilien auf- und nebeneinandergelegt. Es könnten aber auch Anzüge aufgespannt werden. Der Handgepäck-Koffer kann in den grossen Koffer integriert werden, sodass der grosse Koffer unterteilt werden kann. So kann jede Koffereinheit miteinander verbunden werden. Über den grossen Koffer gibt es eine grosse Abdeckung/Deckel. Der Deckel kann mithilfe einer herausnehmbaren „high risk Schutzschicht“ zur Schutztauglichkeit adaptiert werden. Der Koffer ohne Schutzschicht ist rund 5oo Gramm schwerer, wie handelsübliche Modelle. Inklusive der Schutzschicht wird der Koffer rund vier Kilo schwerer. Dafür kann der Kunde auch Gewicht einsparen, da der Reisende keine weiteren Netzteile etc. mitnehmen muss. Auch müssen die „high risk Schutzschicht“ separat bestellt werden, da viele der Konsumenten diese Elemente nicht benötigen.

Ebenfalls gibt es im Boden des Koffers ein elektronisches Verschlusssystem. Im Fussboden ist eine Verankerung eingelegt, auf die der Koffer aufgesetzt werden kann. Viele neu gebaute Hotels haben bereits diese Verankerungen im Boden eingelassen. Einfache Diebstähle können dadurch minimiert werden.

Forschung: Zukünftiger Fahr- Flugobjekte für den Personentransport

Gemeinsam mit einer Universität erforschen sie die zukünftige Mobilität. Sie entwickeln ein Fahr-/Flug-Objekt, welches einem fliegenden Falken ähnelt. Es gibt nur ein Gerüst und keine Verkleidung, da formschöne und aerodynamische Koffer angeklickt werden können. So werden in der Front, in Form eines Falkenkopfes, die Technik wie Navigationssystem etc. verstaut. Dafür wird ebenfalls die auffalltbare Technikbox vom Koffer eingesetzt. Im Helmvisier werden die Fahrdaten angezeigt. Im Heck des Falken gibt es genügend Stauraum, welcher modular und ebenfalls in Form eines Falken-Hinterteils ausgebaut werden kann. Darin haben auch Einkaufstaschen etc. Platz.

Diversifikation: Taschen und Koffer für den Automobil- Motorradmarkt

Die Firma kooperiert zusätzlich mit verschiedenen Auto-, Fahrrad-, Motorradbauern und neuen Marktteilnehmern wie Kickboard-Herstellern. Da der Kofferhersteller Marktführer ist, kamen die Kooperationen schnell zustande. Zudem sehen die Hersteller für sich einen grossen Vorteil, da viel Gewicht und Platz in den Fahrzeugen eingespart werden kann, wenn Staufächer wegfallen. Die Koffer können z.B. an den bestehenden EasyFix angedockt oder an der Kopfstütze hängend, angebracht werden.

Für verschiedene Hersteller entwickelt das Unternehmen Taschen, die im Auto usw. verstaut werden können. So gibt es eine faserverstärkte Tasche, die neben der Mittelkonsole eingeschoben und mit den Koffern kombiniert werden können. So ist das Unternehmen auch von verschiedenen Labels angefragt worden, die ein spezielles Design entwerfen möchten.

Diversifikation: Smarte Transportboxen

Der Kofferhersteller entwickelt auf Basis seines faserverstärkten und patentierten Verfahrens, sowie des patentierten Schliessmechanismus sturzsichere Transportboxen. Diese sollten insbesondere bei Drohnentransporten eingesetzt werden. So erhält der Kunde ebenfalls einen temporären Zugang, wenn die Drohne die Transportboxe absetzt. Mehrfach geschichtete Fasern isolieren die Transportboxen, sodass der Inhalt in einer grossen Flughöhe nicht einfriert. Leider müssen noch viele gesetzliche Hürden genommen werden, bis Drohnen selbständig Waren transportieren.

Nun wurde aber viele grössere Transportboxen von Hilfsorganisationen bestellt. Diese werden meist mit Flugzeugen über Kriegs- und Krisengebieten abgeworfen. Der Vorteil unserer Boxen ist, dass vor Ort nur die Person diese öffnen kann, welche auch den temporären Schlüssel besitzt. Zudem kann jede Boxe einzeln geortet werden. Auch können die Boxen untereinander gekoppelt werden, sodass eine Meldung abgesetzt wird, falls Transportboxen entfernt werden.

Vermarktung

Die ersten Koffer werden anfangs an militärische Organisationen und Regierungen verkauft. Dafür wurde noch ein Fingerprint-Sensor in den Koffer eingebaut, da in den Bunkern usw. meist keine Mobiltelefone eingesetzt werden.

Es wurde auch einem Influencer, einem Nahostreporter ein Kofferset zur Verfügung gestellt. Dieser berichtete in seinen Reportagen in Kriegsgebieten, wie sich der Koffer bewährt. Dieser Koffer Nr. 1 wird dann bei einer Charity Veranstaltung für Kriegsveteranen versteigert.

Und plötzlich zog ein Hype auf, da ein R&B Sänger in seinem Video bei einer Schiesserei unter Gangs, den Koffer als Kugelfang benutzt hat. Auch waren in diversen YouTube Videos, waghalsige Stunts mit unseren Koffern durchgeführt worden. Die Koffer bestehen jede Prüfung. Die Koffer erhalten vom Markt den Übernahmen „hart aber herzlich“.  Dies in Anspielung an die 80er Jahre Serie, bei der ein smartes Paar Kriminalfälle löst.

Die Modellpalette wurde zwischenzeitlich ausgebaut. Der höhere Preis spielt bei den Kunden keine grosse Rolle, da unsere Produkte „einen gewissen Lifestyle“ verkörpern. Plötzlich zieht der Hersteller ein neues Kundensegment an. Stars bestellen über das Internet immer grössere und individuellere Modelle und können die Designs auch auf dem PC-Bildschirm virtuell anzeigen. Das Verbundmaterial lässt sich beliebig einfärben und jegliche Intarsien wie Logos etc. können in den Autoklaven (Form) eingelegt werden.

Viele Kunden möchten auch immer mehr, die Koffer anhand der Einrichtung Zuhause gestalten. Um die anspruchsvollen Kunden besser bedienen zu können, werden in Grossstädten eigene Shops aufgebaut. Der Kunde kann die Koffer testen und virtuell designen. Mitgebrachte Muster können zudem einscannt werden. Auch können Zubehöre oder spezielle Behältnisse wie für Uhren, Zigarren etc. vor Ort gekauft werden. Die Kunden können auch individuelle Fächer vor Ort anfertigen lassen. So kann das zu schützende Objekt einfach in eine Vakuummaschine gelegt werden und die Form wird tiefgezogen.

Erfolgskontrolle und lessons learned

Der Verwaltungsrat, der diese Transformierung angeordnet hat, äussert sich sehr positiv dazu. „Alle MVP’s wurden innerhalb des Budgets umgesetzt. Wir haben smarte und sichere Koffer und haben in diesem neuen Segment keine Konkurrenz und viele Patente. Wir haben einen Hype auf Reisekoffern auslösen können und unsere Verkaufszahlen haben sich verdoppelt. Wer hätte das vor drei Jahren geglaubt.“

„Wir haben aber viel Geld und Zeit verloren, da wir ohne detaillierte Anforderungen ein magnetisches Verschlusssystem entwickelt haben. Die später nachgelieferten Anforderungen zeigten aber auf, dass durch die Magnete Daten auf Chips von Kreditkarten und Devices gelöscht werden können. Zudem bleiben magnetische Teile wie Reissverschlüsse etc. hängen, sodass wir diese technologische Entwicklung einstampfen mussten.“

„Mit den anderen Projekten „Falke“ und „Transportboxen“ sind wir momentan noch unrentabel. Dies da die Zeit noch nicht reif ist. Wir sind aber zuversichtlich, da unser Verschlusssystem und die Fasertechnologie am Markt sehr gut positioniert ist. Eine Diversifikation wird daher einfach sein. Nun hoffen wir einfach, dass wir auf Sparflamme diese Bereiche weiterverfolgen können, bis die Zeit gekommen ist. Wir sind bereits in Gesprächen mit Logistikdienstleistern, die in diesem Markt erste Projekte gestartet haben. Nun müssen die Behörden gemeinsam mit Aviatik-Spezialisten die Projekte noch freigeben.“ So der VR Präsident.

Die Moral an der Geschicht, dieses Projekt gibt es so nicht.

Es soll aufzeigen, wie einfach es ist und helfen, auf diesem Case Ideen zu finden, anstelle uns zu winden.

Es gibt sicherlich Firmen die kommen und gehen, das konnten viele sehen.

Aber warte nicht ab, denn eines Tages wird vermutlich ein Schnellerer, Günstigerer kommen und alles ist zerronnen.

Sei daher auf der Hut und denke voraus, wie ein Pfau und nicht wie der Vogel Strauss.

Tesla, Google, Uber, BitCoin etc. zeigen, wie schnell wir die Köpfe neigen.

Passieren kann es jederzeit, daher sei für die digitale Zukunft bereit.

Case 3: Spital 4.0

Ausgangslage

Ein Kantonsspital engagiert einen IoT Berater, der auf folgende Aufgabestellungen mit Hilfe einer neuen Digitalisierungsstrategie unterstützen kann:

  • Auf den Stationen und im Operationssaal besteht immer wieder eine Verwechslungsgefahr, trotz Checklisten, die händisch ausgefüllt werden.
  • Wir wissen nicht wo die Patienten gerade sind. So haben wir Raucher, Patienten die im Kaffee sind, Nachtwandler, solche die im falschen Zimmer sind oder verlegt wurden etc. Wir verlieren viel Zeit, da teilweise Physio-Termine etc. verpasst werden.
  • Die möglichen z.B. allergischen Komplikationsrisiken müssen immer wieder über mehrere Seiten in der Patientenakte nachgelesen werden.

Der Berater konnte bereits mehrere Spitäler mit ähnlichen Aufgabestellungen beraten. Er zeigt für jede Aufgabestellung ein Referenzprojekt auf. Die Spitalleitung ist sich sicher, den richtigen Partner gewählt zu haben. Dies insbesondere, da der Projektumfang besser abgeschätzt werden kann, die Referenzen auch besucht werden konnten und die Mitarbeiter immer auch auf die Referenzen zurückgreifen können.

Projektziele

Vor dem Projektbeginn, werden im aglilen Projektvorgehen sogenannte Epics definiert. Der jeweilige Status jedes einzelnen Epics sollte von den Mitarbeitern im Intranet nachverfolgt werden können. Zusätzlich konnte durch diesen Detaillisierungsgrad auch ein Kostendach fixiert werden. Die Epics sind wie folgt:

  1. Die Patientenkarten, Versicherungskarten werden elektronisch eingelesen.
  2. Der Patient bekommt ein RFID Armband, wo seine Identifikation sicherstellt.
  3. Dadurch können nach Einwilligung die Patientenbewegungen auch getrackt werden. Die Patienten werden zudem mit dem Armband 15 Minuten vor Therapiebeginn usw. mit einem sanften Fibrieren daran errinnert.
  4. Jeder Arzt und jede Schwester bekommt bei Schichtbeginn einen IPad. Bei jedem Patienten muss der Arzt oder die Schwester über das Armband des Patienten gleiten. Dadurch werden die für die Behandlung nötigen Patientendaten im IPad angezeigt.
  5. Eine spezielles Datamining-Tool schlägt anhand den Symptomen, dem zu behandelnden Arzt mögliche Krankheitsbilder auf, damit auch der Arzt seine Meinung bestätigt bekommt. Es werden die zu behandelnden wichtigsten Schritte vorgeschlagen, die dann auch der Abrechnung zur Verfügung stehen.
  6. Kostengutsprachen können bei den 5 grössten Krankenversicherungen, wenn nötig nach Grund- und Zusatzversicherung gesplittet automatisch elektronisch angefordert werden.
  7. Der aktuelle Status der Kostengutsprache wird dem leitenden Arzt angezeigt.
  8. Zusatzleistungen wie Zimmerupdate können mit Unterschrift des Patienten im Patientendossier abgelegt und mit der Abrechnung verlinkt werden.
  9. Die Menüauswahl wird dem Küchenchef „Realtime“ übermittelt. Die Essenszeit wird mit Hilfe der Kalendereinträge vorgeschlagen. Es werden nur die Menüs angezeigt, die für den Patienten vorgesehen sind.
  10. Infrastrukturen sollen ebenfalls verwaltet und getrackt werden können. In der Projektphase werden angezeigt, welche Betten frei und welche belegt sind und wo diese stehen. In einer zweiten Phase sollen auch die Wäsche-Artikel mit einem RFID Chip getaggt werden um den Standort, die Waschvorgänge und auch Kontaminierungsgefahren anzeigen zu können. Diese Tags müssen Gammastrahlen resistent sein, da diese vor der Operation bestrahlt werden.
  11. Röntgenbilder, MRI-Daten, Laborwerte etc. müssen mit der Patientenakte verlinkt werden.

Projektvorgehen

  • Da die Epics voneinander unabhängig bearbeitet werden können, wird pro Epic ein Projektteam eingesetzt.
  • Innerhalb von 3 Monaten wurden total 900 User Stories geschrieben und bereits 3 % der Stories umgesetzt.
  • Eine der User Stories wurde wie folgt beschrieben „Ich als Datenschutzbeauftragter möchte gerne, dass alle Daten nach Beendigung der Konsultation, spätestens nach Verlassen des Patienten auf dem IPad gelöscht werden. Damit kann sichergestellt werden, dass die Daten nicht z.B. von anderen Patienten gesehen werden…. “
  • Die User Stories die gross vom Referenzprojekt abweichen, werden gemeinsam mit dem jeweiligen Referenzspital besprochen, um sicher zu gehen, dass die Anforderungen/Abweichungen gerechtfertigt sind.
  • Gemeinsam mit den Referenzspitälern werden die detaillierten Produkteentscheide von damals nochmals hinterfragt, um auch sicher zu gehen, dass zwischenzeitlich auch keine weiteren Anbieter angesehen werden müssen.
  • Die Spitalleitung hat auch von Anfang an als Rahmenbedingung festgelegt, dass die Mitarbeiter immer in die Projektphasen einbezogen werden müssen, um die Akzeptanz von Anfang an hoch halten zu können.
  • Die Projektleitung hat entschieden, die Epics sequentiell einzuführen, um das Tagesgeschäft sicherstellen zu können bzw. erste Erfahrungen betreffend Performance usw. in reeller Umgebung testen zu können. Da jedes Spital unterschiedlich konstruiert wurde, ist nicht ganz sicher, ob das WiFi Signal über die armierten Mauern stabil bleibt.

Erfolgskontrolle und lessons learned

Jedes Epic wurde erfolgreich eingeführt. Die Akzeptanz war von Anfang an sehr hoch. Die Mitarbeiter mussten sich jedoch stark umgewöhnen, jede geplante und auch durchgeführte Aktivität hinter dem Patienten zu hinterlegen. Mehrkosten holten das Projekt trotz guter Planung ein. Dies da das Klinikinformationssystem (KIS) ausgetauscht werden musste, weil der Anbieter die Weiterentwicklung nicht sicherstellen konnte.

Die zweite Projektphase wurde verschoben, da noch entschieden wird, ob die Wäscherei ausgelagert wird.

„Wir sind effizienter, da wir Leerläufe vermindern können. Aber der wichtigste Faktor ist, wir konnten die Qualität enorm verbessern. Nach der letzten Umfrage bewerten die Patienten sowie die Mitarbeiter die Veränderung als sehr positiv. Das Pflegepersonal meinte einstimmig, dass sie mehr Zeit für das Wesentliche aufwänden können – für den Patienten. Die Patientenumfrage ergab, dass sie das Gefühl haben, dass neu der Pfleger mehr auf die Patienten eingehen kann, da die Informationsübergabe bei der Schichtübergabe verbessert werden konnte. Genaue Zahlen haben wir noch nicht, aber haben den ROI vermutlich nach den geplanten 3 Jahren erreicht. “, so die Spitalleitung.

Weiteres Vorgehen

Die Spitalleitung hat für das nächste Jahr gemeinsam mit einer Universität eine Studie geplant um nachzuforschen, ob Sprachsteuersysteme wie Siri oder Amazon Alexa im Spitalalltag eingesetzt werden können.

  • Dadurch könnten hygienische Risiken besser bewältigt werden.
  • Auch können weitere Szenarien abgedeckt werden. So zum Beispiel TV Sprach-Steuerung für Patienten die zum Beispiel vergipst sind.
  • Einfachere Notfallmeldung, falls Patienten nicht den Not-Knopf betätigen können.
  • Wegfall von Telefonapparate (Device mit Headphone Anschluss). Es können einfach Telefonkonferenzen mit z.B. Spezialisten oder Hausärzten durchgeführt werden und Kosten können eingespart werden.
  • Übersetzungsprogramme könnten einfach integriert werden um zwischen Arzt, Pflegepersonal und Patienten die Kommunikation erleichtern zu können.
  • Die Sprachsteuersysteme nehmen bei der Sprechstunde die gesprochenen Inhalte auf, damit der Arzt keine Notizen machen muss. Die Keywörter, Abkürzungen etc. werden mit verschiedenen Datenquellen wie zum Beispiel dem Compendium abgeglichen. Die Berichte werden ebenfalls im Patientendossier abgelegt.
  • Auch soll geprüft werden, ob der Unterhaltungswert für den Patienten erhöht werden könnte, wenn die Patienten zum Beispiel Wikipedia Einträge vorgelesen bekämen.

Das Spital stellt sich als „Forschungsobjekt“ zur Verfügung. Forschungsgelder wurden bereits zugesagt.

Die Moral an der Geschicht, dieses Projekt gibt es so nicht.

Es soll aufzeigen, wie einfach es ist und helfen, auf diesem Case Ideen zu finden, anstelle uns zu winden.

Es gibt sicherlich Firmen die kommen und gehen, das konnten viele sehen.

Aber warte nicht ab, denn eines Tages wird vermutlich ein Schnellerer, Günstigerer kommen und alles ist zerronnen.

Sei daher auf der Hut und denke voraus, wie ein Pfau und nicht wie der Vogel Strauss.

Tesla, Google, Uber, BitCoin etc. zeigen, wie schnell wir die Köpfe neigen.

Passieren kann es jederzeit, daher sei für die digitale Zukunft bereit.

Case 2: Kundenbindung durch Digitalisierung

Ausgangslage

Ein neuer Detailhändler möchte sich auf dem Schweizer Markt positionieren. Um sich von den Mitbewerbern abheben zu können, werden in interdisziplinären Teams aus Fach- und IT-Experten Ideen entwickelt. Auch soll die Kundenbindung durch einen innovativen Mehrwert erhöht werden.

Bei jedem Touchpoint wurden die Objects of Interest beschrieben. Im Brainstorming wurde beim Touchpoint „Point of Sale“ beim Thema „Wegfall der Quittungen“ die Idee geboren, die Abverkaufsdaten elektronisch zur Verfügung zu stellen. Der Mehrwert für den Kunden besteht darin, dass damit die Ablaufdaten und auch Verbraucherinformationen wie Herkunft usw. verknüpft werden können. Aus dieser Idee heraus wurden aufbauend weitere Ideen geboren. So können durch eine zusätzliche App Garantieleistungen besser abgewickelt und auch etwas gegen Foodwaste unternommen werden. Um schnell starten und auch die Performance besser einschätzen zu können, werden Quick Win’s definiert. Daher wird auch das Projekt wie folgt aufgesplittet.

  1. Step: Eine App bei welcher der Kunde die bei uns gekauften „Geräte“, zum Beispiel weisse Ware wie Mixer, Mikrowelle, Kühlschränke usw. verwalten kann. Zusätzlich wird der Kunde automatisch kurz vor dem Ablauf der Garantie über die Zufriedenheit abgefragt, um einen eventuellen Austauschprozess automatisch anstossen zu können. Gemäss einer repräsentativen Umfrage sehen die Kunden diese Dienstleistung als Mehrwert an, sodass sich auch die Kundenbindung erhöhen sollte. Gemäss Aussagen der Testkunden wären diese auch bereit, minim mehr für die Geräte zu bezahlen, nur um die Administration der Garantie vereinfachen zu können. Auch wird das Risiko als „tief“ eingeschätzt, mehr Rücknahmen zu generieren.
  2. Step: Eine App die dem Kunden anhand den bei uns gekauften Produkte, Rezepte vorschlägt und auch mit Videos verknüpft.

Projektvorgehen

Das Projektteam besteht aus internen Ressourcen, sowie aus Freelancern, die bereits agile Big Data Projekte umgesetzt haben. Es wird eine zentrale BI-Lösung aufgebaut. Dabei werden verschiedene Datensichten wie Kunde, Artikel, Ablaufdaten usw. vorkonfiguriert damit der Kunde diese Daten auch schnell über die App ad hoc darstellen kann.

Danach werden verschiedene Kundengruppen definiert, um die verschiedenen Ansprüche abbilden zu können.

Die „Garantie-App“ wird lanciert. Dafür bietet der Detailhändler auf der App einen Gutschein an, mit dem der Kunde bei einem virtuellen Glücksrad-Spiel zwischen 10 und 50% auf die Geräte des eigenen Sortiments anbietet. Um davon zu profitieren, downloadeten am ersten Wochenende rund 120’000 User die App und rund 40% der User lösten den Gutschein entweder online oder auch offline ein.

Der Erfolg dieser Aktion war enorm und das zweite Projekt „Rezepte“ wurde nur 3 Monate nach der Lancierung der „Garantie-App“ ausgerollt. Dafür wurden zusätzlich zu bestehenden Datensichten gemeinsam mit den Herstellern die eigenen Artikel mit den Rezepten verknüpft und eine neue Datensicht „Rezepte“ eingerichtet.

Die „Garantie-App“ beinhaltet nach der Aktualisierung der App eine Funktion, um auch die „Rezepte-App“ zu installieren. Danach haben die Kunden folgende Möglichkeiten:

1.  natel Der Kunde gibt in der App seine Präferenzen ein und auf welche Produkte er allergisch ist. Durch eine Funktion „Family“ können auch die weiteren Hausbewohner einbezogen werden, bei der Zusammenstellung des Menüs.

Zusätzlich kann die Schwierigkeitsstufe eingestellt werden. Beispielsweise hat die Frau in ihrem Profil die Schwierigkeitsstufe „mittel“ und der Mann „tief“ eingestellt.

2. Mobile payment.jpg Beim Bezahlvorgang an den Kassen, werden die Daten inkl. Databar zentral auf einem Data Warehouse abgespeichert. Darin enthalten sind die kompletten Lebensmitteldaten inkl. Ablaufdatum. Diese werden dem Lebensmittelkorb dieses Haushaltes hinzugefügt.
3. weareble Der Kunde kann auch Zusatzdienste aktivieren wenn er z.B. abnehmen möchte. So werden dem Kunden Ernährungs-Tipps oder Produktvorschläge („Anstelle xx, können sie auch yy, sowie „Wussten Sie, dass Vitamin B2 das Resultat bei erhöhter Leistungsaufnahme, verbessert?“) in der App angezeigt. Auch können punktuell weitere Dienstleistungen wie „Wussten Sie, dass wir auch Ernährungskurse in ihrer Nähe anbieten? Gerne bieten wir Ihnen einen Probekurs an.“

Es können auch Wearables eingebunden werden. So kann im „Fitnessmodus“ der Kalorienverbrauch anhand den geleisteten Schritten pro Tag berechnet werden und z.B. die Verbrauchsmenge zu reduzieren oder zu erhöhen.

4.  Schütteln.jpg Durch schütteln des Mobile Device wird anhand der Präferenzen und anhand der eingekauften Artikel ein Menüvorschlag angezeigt. Die Modi können auch auf manuell gestellt werden wenn z.B. einfach ein Menü gesucht wird. Es kann auch verschiedene Vorschläge geben, je nach Schwierigkeitsstufe. Bei „hoch“ wird eher ein komplexeres Menü und bei „tief“ ein einfaches Menü angezeigt. Die Schwierigkeitsstufe kann jederzeit geändert werden, je nachdem wie viel Zeit dem Nutzer zur Verfügung steht.

Es stellte sich auch heraus, dass es keine Rolle spielt, ob alle Produkte auch im Haushalt vorhanden sind, es werden auch immer alternative Artikel angezeigt. Zudem wird der Menüvorschlag auch immer realtime aktualisiert, wenn der User die einzelnen Lebensmittel, die nicht zur Verfügung stehen, weglöscht. Wenn das Menü nicht sofort gekocht wird, können Artikel über einen Bestellbutton sofort bestellt werden. Es besteht auch die Möglichkeit die Artikel im Warenkorb zwischenzuspeichern bis genügend Artikel beisammen sind oder auf dem Einkaufszettel abgelegt werden.

5. essen Dann wird das vorgeschlagene Menü gekocht und der Lebensmittelbestand abgebucht.

Erfolgskontrolle und lessons learned

12 Monate nach dem Markteintritt und der Lancierung der App wurden die Ergebnisse mit den Zielen abgeglichen. Folgendes Fazit konnte daraus gezogen werden.

  • Die Kundenbindung ist enorm, da der Kunde einen effektiven Mehrwert hat, weil:
    • Es einfach und schnell ist.
    • Der Kunde nicht immer an die Garantie denken muss und er kostenlos ein Verwaltungstool hat, das ihn unterstützt.
    • Der Konsument sich dadurch gesünder und ausgewogener ernähren kann.
    • Es für den Kunden zuletzt günstiger ist, da es rund 10% weniger Abfälle (Foodwaste) gibt. Diese 10% fehlen nicht im Umsatz, sondern wird durch die stärkere Kundenbindung durch Zusatzverkäufe (z.B. wussten Sie, dass durch den Zusatz von xxx, die Sauce noch cremiger wird? Oder mit Hilfe der Raffel XX kriegen Sie die Garnitur einfach hin) kompensiert werden kann.
    • Es für den Kunden einfach ist, Zusatzinformationen über die Produkte und Hersteller zu lesen.
    • Menüvorschläge angezeigt werden, an die man gar nicht gedacht oder die man nicht gekannt hat.
  • Der Einkauf kann besser gesteuert werden, da mit Hilfe des Data-Minings eine genauere Voraussage in der gesamten Lieferkette einfliessen kann.
  • Der Detailhändler einen Spitzenplatz im „privaten Kochen/Rezepte“ einnimmt. Es gibt zwar Kochsendungen oder Rezeptsammlungen, aber so etwas gibt es nicht. Das Interesse an Kochsendungen wird damit abnehmen, denn bis jetzt haben die Kunden zwar Kochsendungen angesehen und dachten dann: „ja, das muss ich auch mal machen“ und dann haben sie es jedoch wieder vergessen. So zeigt mir aber die App „just in time und on demand“, also dann, wenn ich auch koche, das Rezept und wenn möglich auch das dazugehörige Video an.
  • Es ist einfach Cross-Selling und Up-Selling zu betreiben, z.B. spezielle Deko-Raffel, Kochkurse, Fitness Abo, Reisen….
  • Der Detailhändler neue und wichtige Infos über den Kunden hat um z.B. keine Produkte anzuzeigen, auf die der Kunde allergisch reagiert oder auch weiss, wenn der Kunde abnehmen möchte.
  • Der Detailhändler weniger für das Marketing ausgeben muss, da er weiss, was der Kunde benötigt. Zudem sind die Kunden nicht anonym, sondern registriert, was wichtig ist.
  • Erhöhung des Images. Der Detailhändler ist in verschiedenen Zeitschriften abgebildet worden, da er etwas gegen Foodwaste macht und als Leader im digitalen Business ausgezeichnet wurde.

Die Moral an der Geschicht, dieses Projekt gibt es so nicht.

Es soll aufzeigen, wie einfach es ist und helfen, auf diesem Case Ideen zu finden, anstelle uns zu winden.

Es gibt sicherlich Firmen die kommen und gehen, das konnten viele sehen.

Aber warte nicht ab, denn eines Tages wird vermutlich ein Schnellerer, Günstigerer kommen und alles ist zerronnen.

Sei daher auf der Hut und denke voraus, wie ein Pfau und nicht wie der Vogel Strauss.

Tesla, Google, Uber, BitCoin etc. zeigen, wie schnell wir die Köpfe neigen.

Passieren kann es jederzeit, daher sei für die digitale Zukunft bereit.

Case 1: Smart City

Und plötzlich stehen neue Mitbewerber vor der Tür, 

Digitale Transformation der „Streetlux AG“

Ausgangslage

Der Kandelaberhersteller Streetlux AG überlegt sich, welche Einflüsse die Industrie 4.0/IoT auf ihr Unternehmen haben wird.

Projektvorgehen

In Workshops wurden anhand von Wild Cards verschiedene Szenarien definiert, wie die Zukunft aussehen könnte und wie sich die Streetlux in dieser abstrakten Zukunft positionieren muss.

Best Case Szenario

  • Die industrielle Revolution 4.0 geht an unserem Markt vorbei.
  • Wir bleiben Marktführer.

Trend Szenario

Als Trend-Szenario, welches zum heutigen Zeitpunkt als fundiert angesehen werden kann, wird ausgegangen, dass durch Einflüsse wie:

  • individuelle Mobilität,
  • 2000 Wattgesellschaft,
  • private Haushalte mit immer lichtstärkeren Gartenbeleuchtungen,

weniger öffentliche Lichtquellen benötigt werden.

Worst Case Szenario

Durch neue Technologien wie Concrete Composite wird die Herstellung von Kandelabern immer günstiger.

Plötzlich stehen neue Anbieter auf dem Markt, die bis jetzt keine Kandelaber herstellten. So zum Beispiel Tesla oder Google, die z.B. ein eigenes Netzwerk errichten und die Komponenten wie Solarzellen, Ladevorrichtung und Router in Kandelaber verbauen.

Diese werden den Gemeinden/Städten oder auch Privaten als „LIGHT/CHARGE/INTERNET AS A SERVICE “ zur Verfügung gestellt. Dadurch können an jeder Strassenlaterne innerhalb von Minuten Devices, Autos usw. geladen werden. Die Aktivierung und Bezahlung läuft über diverse mobile Payment Lösungen.

Erkenntnisse haben Auswirkungen auf die Strategie

Um beide extrem ausgeprägten Szenarien überleben zu können, muss sich die Streetlux neu ausrichten. Die Firma versucht neben der Weiterentwicklung bestehender, auch neue Produkte auf den Markt zu bringen:

  • Um sich besser und breiter zu positionieren und mögliche Mitbewerber einzubinden, damit die Markteintrittshürde erschwert wird sowie um Herstellungskosten minimieren zu können.
  • Und mögliche Umsatzrückgänge durch neue Produkte zu kompensieren.

In einem neu aufgebauten ECO System wird eine ERFA Gruppe aus verschiedenen Kundengruppen und Modulanbietern aufgebaut um herauszufinden, welche neuen „Wünsche“ und „Trends“ vorhanden sind.

Erkenntnis 1
Chancen für die Zukunft sind gut

Die Streetlux hat eine gute Chance für die Zukunft, da die Infrastruktur und die Geschäftsbeziehungen vorhanden sind.

Erkenntnis 2
Wir dürfen die digitale Transformation nicht verpassen

Unsere Kandelaber müssen „digital werden“ um:

  • Predictive Maintenance zu gewähren.
  • Um als modulare Multifunktions-Säule (Wifi, Ladegerät, Sensoren…) dienen zu können.
  • Um weitere Dienstleistungen und neue Produkte verkaufen zu können.
  • Um neue Geschäftsmodelle wie „Charge and pay“ anbieten zu können.

Massnahme 1: Produktetransformation
Digitale Kandelaber

  1. Alte „analoge“ Kandelaber mit einem Modul „digitalisieren“.
  1. Neuentwicklung neuer digitalen und modularen Multifunktions-Kandelaber.
  1. Integration in diverse Cloudlösungen wie Microsoft Azure.
  1. Partnerzugang um Module entwickeln zu können.

Massnahme 2: Diversifikation Zusatzverkäufe
Dekoration

  • Die Firma baut mit Hilfe von automatischen Mehrgelenkantrieben Vorrichtungen, wo z.B. wie bei einem Regenschirm ein neuartiges OLED Folienpanel aus dem Kandelaber heraus fährt.
  • Das Muster kann individuell eingestellt werden, ob Gemeindewappen, Weihnachtsstern, oder Vorsichtshinweise, alles kann dargestellt werden.
  • Die Kunden können die Beleuchtung minutengenau den Zuschauern präsentieren.
  • Dadurch sind auch die Kunden eher bereit umzurüsten, da die Mehrkosten durch die Minimierung der gefährlichen Dekorationskosten gerechtfertigt werden können.

Massnahme 3 a:

Neue Unit für neue Märkte

  • Eine neue Business-Unit „direct“ wird gegründet. Da bei dieser Einheit „Time to market“ wichtig ist, werden agil operierende Entwicklungsgruppen gebildet.
  • Diese werden mit neuen und bestehenden Mitarbeitern die sich selber auswählen zusammengestellt. Die Pflicht ist, dass jedes Projektteam 1 Tag im Monat gemeinsam eine der Kunden im In- oder Ausland besucht.
  • Mit Hilfe eines agilen Coaches wurde die Transformation bzw. der Change mit Hilfe von Storytelling unterstützt.

Massnahme 3 b:
Die Säule die Leben schützt und rettet

  • Als Erstes wird eine Notsäule entwickelt. Gespiesen wird die „Smart Home Edition“ autonom. Sobald die Technologie fertig entwickelt wurde, werden „redundant“ ausgelegte Komponente verbaut. Diese werden über den bisherigen Kanal vertrieben und können an die eigenen wie auch an fremden Kandelabern angeschlossen werden.

Darin wird modular verbaut:

  • Verschiedene Sensoren
  • Eine Drohne, die auf Stimmen reagiert
  • Lautsprecher und Mikrofone in Säulen, wobei aus Datenschutzgründen nur Notrufe aufzeichnet werden
  • Neigungssensoren gegen Erdbeben und Vandalen Schäden
  • Feuchtigkeitssensoren gegen Überschwemmungen
  • Wärme/Rauchmelder gegen Feuer
  • Sowie Techniken für die Kommunikation.

Beispiel

Und jede Minute zählt

Auf dem Nachhauseweg stürzt eine Person in einen Fluss und schreit um Hilfe.

Die Notsäule die am Kandelaber angeschlossen ist, analysiert die Stimme und die Drohne geht der Stimme nach.

Alle in der Nähe befindenden Mobilen Devices werden registriert und mit dem Signal abgeglichen.

Die Drohne ortet eine Person mit der Wärmebildkamera, alarmiert Schutz und Rettung und wirft einen Rettungsring ab.

Die Drohne folgt der Person, sodass Schutz und Rettung auch auf dem Weg zum Unfallort mit der Person sprechen kann um herauszufinden, wer zusätzlich aufgeboten werden muss, bzw. um Medikamente usw. vorzubereiten.

Schutz und Rettung zieht die Person unversehrt und ohne Unterkühlung aus dem Wasser.

Erfolgreich da

  • Überschwemmung, Sturz ins Wasser, Bergsturz, Überfall usw. Notfälle sind, die meist von Passanten gemeldet werden.
  • Dabei zählt jede Minute für Schutz und Rettung bzw. für unser Leben. Insbesondere da die Erreichbarkeit bei abgelegten Orten wie z.B. beim Bergschutz schwierig ist.
  • Die Streetlux AG kann einen grossen Beitrag leisten, das „Leben schneller und besser zu schützen“

Erfolgreich da

  • Gemeinden und Städte, Polizei, Schutz und Rettung usw. immer mehr unter Kostendruck stehen, da sie:
    • immer höhere Kosten (Soziales/Migration/Bildung/Kriminalität…) haben.
    • mit tieferen Steuereinahmen (Arbeitslosigkeit, Aussteuerung, Wegzug von Firmen…) zu kämpfen haben.
  • Routine-Patrouillen aus Kostengründen minimiert werden müssen.
  • Gefahren immer unvorhersehbarer werden.
  • Die Mobilität auch das private Sicherheitsdenken erhöht.
  • Wir ein Lifestyle-Unternehmen werden, also aus Imagegründen (Sicher/Innovativ/Trendy) werden unsere Produkte gekauft, da wir Sicherheits- und Innovationsorientierte Menschen als Influencer in die Strategie als Werbebotschafter mit einbeziehen.

Massnahme 4: Neue Kanäle
Wir gehen online und werden global

  • Die Streetlux AG versucht in einem KVP Prozessdenken immer mehr zu optimieren, standardisieren und zu konfektionieren um kostengünstiger zu produzieren, und dadurch neue Kunden erreichen zu können.
  • Durch die „plug and play und IoT“ Techniken, wird die Installation/Inbetriebnahme einfacher und unter „smartHome, smart Cities“ online und über ausländische Partner vertrieben.
  • Damit kann ein neues Kundensegment wie z.B. Immobilienverwaltungen, Ferienhäuserbesitzer und auch ausländische öffentliche und private Gesellschaften angesprochen werden.

Massnahme 5: Neue Services
Plant Maintenance

  • Die Streetlux AG bietet kleineren Kunden verschiedene Dienste/Services an.
  • Dafür wurden in einer Analyse die verschiedenen Touch Points identifiziert und schlanke Lösungen gesucht.
  • Darunter auch Anbindung an private Schutzorganisationen, die global tätig sind und auch regional ein Lager haben, um neben dem Betrieb des Sicherheits- Dispositivs, die Hardware austauschen zu können.

Business-Canvas vor der Transformation

Um mehr oder weniger das ganze Geschäftsmodell visuell darstellen zu können, wurde ein Canvas Modell gewählt.

canvas-vorher

Business-Canvas nach der Transformation

Um mehr oder weniger das ganze Geschäftsmodell visuell darstellen zu können, wurde ein Canvas Modell gewählt.

Canvas nachher.jpg

Erfolgskontrolle und lessons learned

  • Die Streetlux AG konnte 18 Monaten nach der Transformation den Gewinn verdoppeln.
  • „mache aus der Not eine Tugend“ so der Firmenchef der Streetlux AG.

Die Moral an der Geschicht, dieses Projekt gibt es so nicht.

Es soll aufzeigen, wie einfach es ist und helfen, auf diesem Case Ideen zu finden, anstelle uns zu winden.

Es gibt sicherlich Firmen die kommen und gehen, das konnten viele sehen.

Aber warte nicht ab, denn eines Tages wird vermutlich ein Schnellerer, Günstigerer kommen und alles ist zerronnen.

Sei daher auf der Hut und denke voraus, wie ein Pfau und nicht wie der Vogel Strauss.

Tesla, Google, Uber, BitCoin etc. zeigen, wie schnell wir die Köpfe neigen.

Passieren kann es jederzeit, daher sei für die digitale Zukunft bereit.